Deutsche Asset Management Vom Vier-Mann-Betrieb zum Branchenführer: 60 Jahre DWS

Expertentreffen in Frankfurt: Fondsmanager Klaus Kaldemorgen mit den Redakteuren Malte Dreher (links) und Egon Wachtendorf (rechts) im November 2009 in der DWS-Zentrale. Foto: Manfred Kötter

Expertentreffen in Frankfurt: Fondsmanager Klaus Kaldemorgen mit den Redakteuren Malte Dreher (links) und Egon Wachtendorf (rechts) im November 2009 in der DWS-Zentrale. Foto: Manfred Kötter

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Frankfurt, 16. Juni 2016, 22.00 Uhr: Dass in diesem Moment Jubelstürme durch den Partysaal im Deutsche-Bank-Campus branden, ist keineswegs dem Fußballspiel zu verdanken. Die deutsche Nationalmannschaft hat bei ihrem EM-Auftritt in Paris gegen Polen bis zur Halbzeit herzlich wenig dafür getan, die Stimmung anzuheizen. Also erzielen die versammelten Spitzenkräfte der Deutschen Asset Management (Deutsche AM) an den Kickertischen vor der Bar die auf der riesigen Videoleinwand ausbleibenden Tore kurzerhand selbst.

Die Fondstochter der Deutschen Bank hat Grund zum Feiern. Denn das Fußballgucken ist nur Teil eines großen Jubiläums: Mit der DWS begeht die wichtigste Marke des Hauses ihren 60. Geburtstag. Beim Kickern mitten im Geschehen steht auch Holger Naumann. Der Sprecher der Geschäftsführung steuert die beiden Offensivreihen seiner Mannschaft. Naumann will angreifen, auch in der Fondsbranche: „Wir haben als Ziel formuliert, der weltweit führende Asset Manager mit europäischen Wurzeln zu sein.“



Konzentriertes Arbeiten: Die Sparplan-Abteilung am Frankfurter Roßmarkt 10 in den späten 1960er Jahren. Bereits 1967 überstieg das Fondsvermögen der DWS erstmals die Marke von einer Milliarde D-Mark

Gestartet 1956 als Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen mit gerade einmal vier Mitarbeitern in Frankfurt, bildet die DWS mittlerweile den Kern des weltweit engagierten Fondsanbieters Deutsche AM mit insgesamt 739 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen (Stand Ende März). Auch künftig soll die DWS für den deutschen Publikumsvertrieb zuständig sein, sagt Naumann. Seit dem letztjährigen Umbau der Deutsche-Bank-Spitze hat sich auch bei dem Fondsanbieter einiges getan.

Erfolgreiche Manager wie Thorsten Michalik, bisher Chef der Indexfonds-Sparte DB X-Trackers, sind in die Geschäftsführung aufgerückt: „Weniger wegen des ETF-Hintergrunds, sondern aufgrund seiner unbestreitbaren Erfolge als Vertriebsexperte“, erläutert Naumann. Michalik soll sich um das Geschäft mit Privatkunden in Europa, Afrika und Asien kümmern. Hinzu kommt die Trennung vom Private Banking, das die Konzernmutter nun wieder selber hütet.