Deutsche Bank Lieber erste Adresse in Deutschland statt Global Player

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Der neue Co-Vorstandschef der Deutsche Bank AG John Cryan hat Aktionären und Mitarbeitern eine klare Ansage unterbreitet: Der einstige Wert der größten europäischen Investmentbank ist dahin und die Vergütung muss sich der neuen Realität anpassen.

Die Entscheidung, Wertanpassungen bei Geschäfts-, Firmenwert und immateriellen Vermögenswerten im Investmentbanking und im Privatkundengeschäft vorzunehmen, erfolgte erstmals unter Berücksichtigung der Vorschriften der European Banking Authority (EBA) zur "Prudential Valuation", hieß es in der Mitteilung der Deutschen Bank am späten Mittwochabend. Höhere Eigenkapitalanforderungen haben die Ertragskraft belastet.

Einsparungen und höhere Kapitalquoten 

Cryan trifft Vorbereitungen, das Imperium an Handelsaktivitäten, das sein Vorgänger Anshu Jain aufgebaut hatte, zu redimensionieren. Mit Einsparungen und höheren Kapitalquoten will er die Deutsche Bank wegholen aus der Ecke der am geringsten bewerteten Aktie innerhalb der Gruppe der führenden Geldhäuser weltweit. Das könnte bedeuten, den Anspruch aufzugeben, eine global aufgestellte Top-Investmentbank zu bleiben. Auch ein teilweiser Rückzug aus der Expansion, die in den vergangenen 25 Jahren betrieben worden ist, erscheint möglich.

"Vielleicht ist es der Beginn, an dem der neue Chef die Dinge auf den Prüfstand stellt und sagt: ’Stünden wir nicht besser da, wenn wir die erste Adresse in Deutschland wären, oder wollen wir unseren Anspruch aufrechterhalten, ein Global Player zu sein’ ", sagte Robert Smithson, Fondsmanager bei THS Partners in London, in einem Interview mit Bloomberg TV am Donnerstag.

Die Goodwill-Abschreibungen in der Sparte Corporate Banking & Securities (CB&S) gehen teilweise auf den Kauf von Bankers Trust Corp. 1998 zurück, so Cryan in einem Memo am 7. Oktober an die Mitarbeiter der Bank.