Deutsches Garantieforum: Auftakt in Bonn

Besucher des Garantieforums (Fotos: Oliver Volke)

Besucher des Garantieforums (Fotos: Oliver Volke)

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„Wir wollen ein Schrittmacher sein – für das Thema Garantien in Altersvorsorgeprodukten“, begrüßte Siegfried Nießen die mehr als 200 Besucher zum 1. Deutschen Garantieforum im Bonner Maritim Hotel. Gemeinsam mit Ralf Weißenfels, mit dem er die Altersvorsorge-Dienstleistungsgesellschaft Argus Benefits Experts führt, hat Nießen das Forum aus der Taufe gehoben: „Produktgesellschaften und Vermittler brauchen eine Plattform für den Dialog“, lautet das Credo der beiden Initiatoren.

>> zur Bildstrecke Deutsches Garantieforum Fünf Fondsgesellschaften (C-Quadrat, DWS, Multi-Invest, Pioneer, Veritas) und sechs Versicherer (Allianz, Axa, Friends Provident, Moneymaxx, Swiss Life und VPV) stellten in Bonn ihre Garantiekonzepte vor, nahmen an der Podiumsdiskussion teil und beteiligten sich an der begleitenden Ausstellung.
Dabei standen Wertsicherungsfonds, dynamische Drei-Topf-Hybride und Variable Annuities im Zentrum. Klar ist: Die Auswirkungen der aktuellen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise haben den Wunsch nach Garantien bei Kunden und im Vertrieb nochmals verstärkt. Zudem sieht der Gesetzgeber bei Produkten in der zweiten Schicht der Altersvorsorge (Riester-Rente) zwingend den Erhalt der Beiträge vor.
Ziel aller Angebote ist also die sinnvolle Balance zwischen Rendite und Sicherheit. Ältere Produktlösungen brachten jedoch einige Probleme mit sich: So bestand bei ihnen für Anleger etwa das Risiko, zu stark an Schwächephasen der Finanzmärkte zu partizipieren und von der Erholung nur sehr begrenzt profitieren zu können. Die Anbieter haben darauf mit individualisierter Produktgestaltung, qualifizierter Portfolioverwaltung sowie computergesteuerten  Trendfolgemodellen („Investieren ohne Emotionen“) reagiert. Die Diskussonsrunde (v.li.): Moderatorin Corinna Wohlfeil; Roderich Münker, Makler; Christian Botsch, fpb; Marc Xavier Jungo, Swiss Life; Markus Willmes, Axa; Frank Breiting, DWS; Heinz-Norbert Dierichsweiler, Allianz. In den Vorträgen und der Panel-Diskussion, die von n-tv-Wirtschaftsjournalistin Corinna Wohlfeil geleitet wurde, zeigten sich dabei auf dem Garantieforum deutliche Unterschiede: Während einige Gesellschaften noch keine Anhaltspunkte sehen, erneut in die Aktienmärkte einzusteigen („die Krise ist noch nicht vorbei“), sind andere dort bereits wieder voll investiert („gute Phasen mitnehmen, täglicher Ausstieg aus den Aktienmärkten möglich“).  Abweichungen existieren auch durch nationale Regelungen: Während in Deutschland Garantieleistungen zu 100 Prozent über den Kapitalmarkt abgedeckt sein müssen, können beispielsweise angelsächsische Versicherer dies auch über aktuarielle Lösungen (die etwa die Mortalitäts- und Stornorate einbeziehen) leisten. Dennoch zeigen sich auch immer mehr Ansätze einer internationalen Zusammenarbeit: So kündigte der britische Versicherer Friends Provident an, für alle drei Altersvorsorgeschichten in Kürze mit Policen auf den Markt zu kommen, bei denen die Vermögensverwaltung neuen Partnern übertragen wird. Im Gespräch sind neben dem Investmentfondsexperten Morningstar unter anderem auch die Vermögensverwaltungsbereiche der Warburg Bank und der Hamburger Sparkasse.