Deutschland hat mehr Superreiche als Saudi-Arabien

Von links: Carlos Slim, Bill Gates, Warren Buffett <br> (Fotos: Getty)

Von links: Carlos Slim, Bill Gates, Warren Buffett
(Fotos: Getty)

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2010 stieg das Vermögen, das Privatanleger in Bargeld, Aktien, Wertpapieren oder Fonds hielten, um 8 Prozent auf rund 122 Billionen US-Dollar (rund 90 Billionen Euro). Damit lag es um 20 Billionen US-Dollar über dem Wert vom Ende 2008, als die Finanzkrise ihren Tiefpunkt erreichte. Nordamerika löste Europa als reichste Region ab.

Das ergab die jährliche Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG).

Die Anzahl der Haushalte, die über mindestens eine Million US-Dollar verfügen, wuchs im vergangenen Jahr um 12,2 Prozent auf rund 12,5 Millionen Die meisten davon befinden sich in den USA (5,2 Millionen), gefolgt von Japan (1,5 Millionen), China (1,1 Millionen) und Großbritannien (570.000). In Deutschland ermittelten die Forscher 400.000 Dollar-Millionäre – damit liegt die Bundesrepublik im internationalen Vergleich erneut auf dem fünften Platz.

0,9 Prozent aller Haushalte verfügen über 39 Prozent des globalen Vermögens

Das Land mit der höchsten Millionärsdichte ist Singapur, wo 15,5 Prozent aller Haushalte ein Millionenvermögen besitzen. Auf Platz zwei folgt die Schweiz, die mit 9,9 Prozent in Europa die höchste Millionärsdichte aufweist. Drei der sechs Länder mit der höchsten Millionärsdichte liegen im Nahen Osten: Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Global zählten 2010 nur 0,9 Prozent aller Haushalte zum Kreis der Millionäre; diese verfügen über 39 Prozent des globalen Vermögens.

Im Ranking der Länder mit Haushalten, die ein Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar ("Ultra-high-net-worth", UHNW) haben, liegt Deutschland mit 839 solchen Haushalten auf dem zweiten Platz, hinter den USA (2.692) und vor Saudi-Arabien (826).

Das Vermögen der Chinesen wächst bis 2015 um 18 Prozent


Bis 2015 wird das globale Vermögen um jährlich durchschnittlich 6 Prozent zunehmen, prognostizieren die BCG-Forscher. Getrieben werde diese Entwicklung durch das gute Abschneiden der Kapitalmärkte und das weltweite BIP-Wachstum. Am stärksten wird das Wachstum dabei in den Schwellenländern ausfallen. Für China und Indien beispielsweise rechnen die Forscher mit einem Anstieg von 18 beziehungsweise 14 Prozent. Für Deutschland erwarten sie einen jährlichen Zuwachs um 3,8 Prozent auf 6,2 Billionen Euro im Jahr 2015.

Kunden achten stärker auf die Kosten


Vermögensverwalter müssen sich auf veränderte Rahmenbedingungen und Kundenverhalten einstellen, so ein weiteres Studienergebnis. Denn vor allem in Europa werden die Kunden zunehmend kostenbewusster und fordern eine höhere Preistransparenz.