„Deutschland, pass auf“

Kanzlerin Angela Merkel vor dem CDU-Slogan zur Bundestagswahl, Quelle: Getty Images

Kanzlerin Angela Merkel vor dem CDU-Slogan zur Bundestagswahl, Quelle: Getty Images

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Marc-Oliver Lux, Dr. Lux & Präuner
„Europa kann weiter auf Mutti zählen. Deutschland bleibt ein verlässlicher Partner.“

Alexander Daniels, Knapp-Voith Vermögensverwaltung
„Das Resultat der Wahlen ist die Zweitbeste für die Wirtschaft und der Börse. Die Wirtschaft hat Planungssicherheit für künftige Neu- und noch wichtiger Erweiterungsinvestitionen. Die Koalitionsverhandlungen werden für die Bundeskanzlerin sicher schwerer als bei der ersten großen Koalition, aber bis auf ein kleines Entgegenkommen bei der Transaktionssteuer, die die Börse nicht belasten wird und eine Erweiterung der Mindestlöhne, wird es keine relevanten Belastung für die Wirtschaft geben. Auch durch den Anfangserfolg der AfD wird die Europapolitik sich nicht verändern. Transferzahlung ohne Gegenleistung wird es auch künftig nicht geben.“

Martin Wilhelm, IFK Vermögensverwaltung

„Auf den ersten Blick scheint Frau Merkel die große Siegerin zu sein. Bei genauer Analyse hat Sie im Bundesrat bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr nach Niedersachsen nun auch Hessen mit fünf Sitzen verloren.“

Thomas Böckelmann, Veitsberg Gesellschaft für Vermögensbetreuung

„Trotz des historischen Sieges der Unionsparteien stimmt das Gesamtergebnis ernüchternd. Mit der FDP verlässt ein wichtiger Teil ökonomischen Sachverstandes das Parlament. Die AfD erfreut sich über exponentiellen Zuspruch, der zunächst auf Unsicherheit der Wähler in der Eurokrise begründet ist. Die etablierten Parteien haben es verpasst, aktiv die Euro-Rettungspolitik zu diskutieren, indem sie die Alternativlosigkeit in den Vordergrund gerückt haben.“

Dietmar Rieg, Wamsler & Co. Vermögensverwaltung
„Zweimal wiedergewählt nach der Finanzkrise - das spricht Bände. Vielleicht wird Angela Merkel jetzt die große Führungsperson, die Europa so dringend braucht. Politisch kann ihr kaum eine/r in Europa das Wasser reichen. Wo ist eigentlich François Hollande?“

Joachim Paul Schäfer, PSM Vermögensverwaltung
„Dies war kein sehr guter Wahlausgang, weil  eine Koalition notwendig wird. Die gegenwärtige Koalition ist gescheitert, so kann es auch der nächsten gehen - und dies möglicherweise in der dann laufenden Legislaturperiode -, weil beide möglichen Koalitionspartner doch sehr unterschiedliche Auffassungen haben und sich entsprechend profilieren wollen. Die Koalitionsbildung wird schwierig.“

Michael Timm, Vorstand TAM
„Der eindrucksvolle Wahlerfolg der Unions-Parteien war in dieser Deutlichkeit eher eine Überraschung. Der Preis dafür war, dass der bisherige Koalitionspartner auf der Strecke blieb. Die wahrscheinlichste Konstellation wird jetzt eine große Koalition mit der SPD sein, die allerdings durch ihre Erfahrungen gewarnt sein dürfte. Es bleibt abzuwarten, wie hoch hier die Kompromissbereitschaft geht.Insgesamt erwarten wir für die Börse keine großen Einflüsse. Der Vorteil, dass die Probleme in der Euro-Zone weiter mit Ruhe angegangen werden können, scheint zu überwiegen.“

Alexander Berger, Thallos Vermögen
„Die Märkte werden erst in den kommenden Wochen reagieren, erst Koalitionsverhandlungen und eventuelle Steuererhöhungen werden dann zur Kenntnis genommen und einzelne Branchen verkauft. Bis dahin zählt nur der US-Politik zum Haushalt und die US-Notenbank Fed für die Märkte.“

Michael Stegmüller, Performance IMC
„Das epochale Ereignis ist viel weniger der bedauernswerte Verfall der FDP, der wieder zeigt wie schwer es der wahre Liberalismus in Deutschland hat, sondern die bedenkliche Rückkehr des rechten Establishments – rechts der CDU – in den Fokus der Öffentlichkeit und möglicherweise spätestens bei den Europawahlen in die Parlamente. Deutschland pass auf. Deutschland bleibt mit Frau Merkel gut verwaltet und wenig entwickelt, aber daran haben sich die Deutschen wohl sehr gut gewöhnt. Ob das gut für Europa sein wird, bleibt allerdings fraglich.“