Die Empfehlungen der besten Fonds-Selekteure

Fondsselekteure (von links): Andreas Marnett, Sal. Oppenheim, Reinhard Pfingsten, Hauck & Aufhäuser, Eckhard Sauren, Sauren Fonds-Service, Ulrich Wernitz, Berlin & Co. (Montage: Das Investment, Fotos: Jo Schwarz, Fotolia / Colours-Pic (3), Cristovao31)

Fondsselekteure (von links): Andreas Marnett, Sal. Oppenheim, Reinhard Pfingsten, Hauck & Aufhäuser, Eckhard Sauren, Sauren Fonds-Service, Ulrich Wernitz, Berlin & Co. (Montage: Das Investment, Fotos: Jo Schwarz, Fotolia / Colours-Pic (3), Cristovao31)

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Der Hedgefonds ist tot. Na ja, nicht ganz. Denn eigentlich lebt er weiter. Wiedergeboren in einem anderen Körper. Die Technik bleibt: Wetten auf steigende und fallende Kurse zugleich (Long-Short-Geschäfte), Geschäfte auf rechnerische Marktdifferenzen (Arbitrage) oder Wetten auf Marktrichtungen (Directional Trading). Oder gleich mehrere Strategien zugleich. Nur die Kategorie ist eine andere: Sie heißt nun Absolute Return.

Vor Jahren noch als „Hedgefonds für Arme“ verschrien, bekommt die Anlageklasse eine neue Qualität. Seit sich echte Hedgefonds-Profis in diese Kategorie einordnen lassen, gibt es tatsächlich Absolute-Return-Fonds, die diesen Namen auch verdienen und die versprochene Leistung abliefern. So lautet zumindest das fast einhellige Urteil einer Gruppe von Leuten, die es wissen müssen.

Die Rede ist von Fonds-Selekteuren. Sie legen für ihre Kunden professionell Geld an und kommen dabei täglich mit Investmentfonds und deren Managern in Berührung.

Fonds-Selekteure wollen alles wissen

Was für Letztere durchaus anstrengend werden kann: Fonds-Selekteure wollen über das mögliche Objekt ihrer Begierde immer alles ganz genau wissen. Sie informieren sich am Telefon, per Videokonferenz oder – was mittlerweile sogar fast schon die Regel ist – im persönlichen Gespräch.

Sie sind die Jury, die entscheidet, wer ihre gebündelten Milliarden verwalten darf.  Worauf es dabei vor allem ankommt, sind Ehrlichkeit und Offenheit.

„Wir wollen keine hohle Präsentation sehen“, stellt Ulrich Wernitz klar. Der Investmentchef der Frankfurter Vermögensverwaltung Berlin & Co.: „Der Fondsmanager soll echt und klar über seinen Ansatz erzählen, wir wollen verstehen, wie er tickt. “

Den schlimmsten Fehlpass leistet sich ein Fondsmanager in einem solchen Gespräch, wenn er seine Fragensteller unterschätzt oder sich hochnäsig gibt. Dann ist er im Normalfall raus aus der Nummer. Ebenso zählt fehlende Demut vor den Märkten zu den Undingen, die die Jury nicht sehen will.

Viele Fonds-Selekteure kombinieren die nackten Zahlen der Fonds mit weichen Kriterien, also einer qualitativen Analyse. Sal. Oppenheim arbeitet zunächst mit einer Punktewertung, in die Analysen von Rendite, eingegangenen Risiken, starken Phasen, Schwächeperioden und vielem mehr einfließen.

Dann folgt ein Katalog aus 120 Fragen über Beteiligte, Prozesse, Spezialgebiete und vieles mehr, die der Fondsmanager und die Gesellschaft beantworten sollen.

Erst dann geht es ins persönliche Gespräch. „Darin klären wir schließlich alle noch offenen Fragen“, sagt Andreas Marnett, Teamleiter des Bereichs Fonds-Research.

Dort können Fondsmanager unter anderem dadurch punkten, dass sie auch mal Fehler zugeben. Ansonsten sollten die Teams stabil und die Anlageansätze verständlich und konsistent sein.

Ebenfalls gern gesehen ist es, wenn Fondsmanager sich Werbesprüche verkneifen und auch in Bezug auf ihr eigenes Einsatz-Universum Tacheles reden. So wie es John Seo von der Investmentboutique Fermat tat, als er im Frühjahr 2012 mit Ulrich Wernitz entwaffnend offen über seinen Gam Star Cat Bond Fund (WKN: A1JMA8) sprach.

In solchen Katastrophenanleihe-Fonds geht es darum, Naturkatastrophen zu versichern und die Prämien zu kassieren. Passiert ein Unglück, muss man natürlich zahlen.

Seo punktet mit Klartext

Seo gab zu, dass die Renditeaussichten dünner geworden waren. Nach 12 Prozent Plus aus den vergangenen zwölf Monaten. Zudem hat Seo eine eigene Meinung, was Wernitz sehr schätzt. Denn der Fondsmanager streut nicht wild drauflos, sondern lässt schwache Märkte konsequent außen vor. „Ansonsten funktioniert eine Cat-Bond-Strategie nicht“, sagt er.

Derzeit fühlt sich Seo, der seine Renditeerwartung für 2014 gegenüber DAS INVESTMENT mit 7 Prozent netto angibt, vor allem zu den traditionell gut bewerteten US-Katastrophenanleihen hingezogen.

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