AGI-Experte Mathias Müller im Interview „Die Königsdisziplin“

Mathias Müller ist bei Allianz Global Investors für den gesamteuropäischen Vertrieb an Privatkunden und Vertriebspartner wie Banken, Versicherungen, Vermögensverwalter, Finanzvermittler und Family Offices verantwortlich. Müller ist seit Oktober 2000 bei Allianz Global Investors.

Mathias Müller ist bei Allianz Global Investors für den gesamteuropäischen Vertrieb an Privatkunden und Vertriebspartner wie Banken, Versicherungen, Vermögensverwalter, Finanzvermittler und Family Offices verantwortlich. Müller ist seit Oktober 2000 bei Allianz Global Investors.

DAS INVESTMENT: Wie viele Asset-Klassen braucht man, um ein Multi-Asset-Portfolio stabil aufzustellen?

Mathias Müller: Mindestens zwei, solange diese gering korreliert sind. Wie unser Mischfonds Kapital Plus zeigt, kann man allein mit Renten und Aktien sehr gute Ergebnisse erzielen. Letztlich kommt es immer auf die Anlageziele und die Risikotoleranz des Einzelnen an. Mit der Streuung über viele Asset-Klassen und Regionen kann man Diversifikationsvorteile noch breiter nutzen.

Welche Anleihe-Sparten bieten noch Potenzial?

Das Problem liegt im Wesentlichen bei Staatsanleihen – und streng genommen gilt dies auch nur für Länder höchster Bonität. Wir empfehlen deswegen breit aufgestellte Rentenportfolien, idealerweise mit der Möglichkeit, global Chancen zu nutzen. Wir sehen immer noch attraktive Möglichkeiten in den Emerging Markets und in einigen Credit- und High- Yield-Segmenten. Dabei sind aber aktives Management und Einzelwertselektion sehr wichtig geworden.

Sind die Risikoprofile von VV-Fonds an die realen Anlegerbedürfnisse richtig angepasst?

Grundsätzlich ja. Neben dem Basisnutzen einer professionellen Vermögensverwaltung müssen die Lösungen vor allem eine gute Rendite in Relation zu den eingegangenen Risiken erwirtschaften. Wir haben die letzten Jahre in Summe freundliche Kapitalmärkte gesehen. Das wird sich auch wieder ändern. Darum legen wir einen starken Fokus auf das Risikomanagement. Aktuell mag das nicht so relevant erscheinen, doch gerade in turbulenten Zeiten suchen Anleger Stabilität und wollen deutlich weniger als der breite Markt verlieren.

Stichwort ETF-Konkurrenz: Sind Multi-Asset-Fonds die Domäne des aktiven Fondsmanagements?

Unbedingt. Jede Asset-Allokation ist eine aktive Investment-Entscheidung. Dies ist die Königsdisziplin im aktiven Management. In unseren Multi-Asset-Produkten steuern wir die Asset-Allokation dynamisch und ergänzen dies mit einem aktiven Risikomanagement. Im Underlying arbeiten wir dann situativ mit aktiven und passiven Fonds sowie mit Einzelwerten und Derivaten.

Halten Sie Rankings und Ratings für konstruktiv?

Prinzipiell können sie Anlegern bei der Entscheidung helfen. In der praktischen Umsetzung ist die Eingruppierung von Produkten in Vergleichsklassen aber nicht einfach. Und nicht immer ist eine echte Vergleichbarkeit gewährleistet.

Wo sehen Sie noch den größten Entwicklungsbedarf?

Eine spannende Weiterentwicklung liegt darin, eine dynamische Asset-Allokation durch Long-Short-Positionen breit diversifiziert umzusetzen.