Die Macher des Zukunftsfonds „Wir wollen klassische Sparbuchsparer ansprechen“

Kai Diekmann (l.) und Leonhard Fischer kennen sich aus Kindheitstagen: Nun machen sie beim Zukunftsfonds wieder gemeinsame Sache. | © Anatol Kotte/laif

Kai Diekmann (l.) und Leonhard Fischer kennen sich aus Kindheitstagen: Nun machen sie beim Zukunftsfonds wieder gemeinsame Sache. Foto: Anatol Kotte/laif

Herr Diekmann, Herr Fischer, Sie beide kennen sich seit Ihrer Kindheit.

Kai Diekmann: Leonhard Fischer und ich kennen uns in der Tat seit unserer Schulzeit. Wir sind allerdings nicht auf dieselbe Schule gegangen, sondern waren Nachbarskinder. Wir haben damals sehr viel Zeit miteinander verbracht und unser erstes gemeinsames Unternehmen gegründet, nämlich die Schülerzeitung „Passepartout“. Diese hat tatsächlich eine große Auflage von 30.000 Stück erreicht und wir haben sogar Geld damit verdient.

Und wie ging es dann weiter?

Diekmann: Danach haben sich unsere Wege getrennt. Lenny hat es in die Finanzbranche verschlagen, mich in den Journalismus. Wir haben uns aber über all die Jahre nicht aus den Augen verloren. Es gab immer wieder Berührungspunkte, übrigens auch beim Springer-Verlag. Dort war Leonhard Fischer zeitweise Mitglied des Aufsichtsrates. Wir haben uns immer mal wieder gesagt, wenn der richtige Zeitpunkt kommt, möchten wir ein gemeinsames Projekt realisieren.

Wie kam es nun dazu, dass Sie gemeinsam den Zukunftsfonds ins Leben rufen wollten?

Diekmann: Vor zwei Jahren haben wir uns intensiv darüber ausgetauscht, was die Digitalisierung mit den jeweiligen Branchen macht: Was macht die Digitalisierung mit der Medienbranche und was mit der Finanzbranche? In dem Zusammenhang entstand die Frage, wie es kommt, dass im digitalen Zeitalter immer noch zwei Billionen Euro unverzinst auf Sparkonten rumliegen? Das war der Ansatz, ein Produkt zu entwickeln – eine Alternative zum analogen Sparbuch, das den Leuten wieder eine gewisse Renditechance gibt.

Herr Diekmann, als ehemaliger Boulevardjournalist verstehen Sie sicher eine Menge von Skandalen, aber woher nehmen Sie das Selbstverständnis etwas von Anlageberatung zu verstehen?

Diekmann: Gar nicht. Mit Vermögensverwaltung werde ich nichts zu tun haben. Darum kümmert sich Leonhard Fischer. Das überlasse ich denjenigen, die davon was verstehen.

„Kaum etwas beschäftigt die Menschen so sehr wie alles, was mit Geld zu tun hat.“

Kai Diekmann

Wie genau ist Ihre Rollenverteilung?

Diekmann: Der Schlüssel zu unserem Geschäftsmodell liegt in der Kombination aus Lenny Fischers Finanzen-Know-how und meinem Kommunikations-Know-how.

Ihr Fonds richtet sich an den Sparbuchsparer?

Diekmann: Der Fonds richtet sich an alle Anleger mit einer geringen Risikobereitschaft und ohne überzogene Rendite-Erwartungen. Der durchschnittliche Anleger ist froh, wenn er anstatt 0 jetzt 2 bis 3 Prozent Zinsen bekommt. Und genau für diese Zielgruppe machen wir ein Produkt.

Mit welchem Ziel?

Diekmann: Eine Perspektive zu den bestehenden Nullzinsen zu schaffen: Wir wollen klassische Sparbuchsparer ansprechen, weil sie sich mit ihrem Sicherheitsbedürfnis gut bei uns aufgehoben fühlen können.

Was genau macht für Sie das Projekt so spannend?

Diekmann: Nach 16 Jahren als Chefredakteur und Herausgeber von Bild habe ich ein gewisses Gefühl für die Bedürfnisse eines sehr breiten Publikums. Kaum ein anderes Thema beschäftigt die Menschen so sehr wie alles, was mit Geld zu tun hat.

Und trotzdem lassen sie es auf dem Sparbuch liegen …

Diekmann: Nur 8 Prozent der Leute sind hierzulande in Aktien investiert. Grund hierfür ist die fehlende Anlagebereitschaft der Deutschen, in Aktien zu investieren.