Riester-Verträge „Die Riester-Rente lohnt sich auch für Besserverdienende“

Christoph Schmallenbach, AachenMünchener, Patrick Dahmen, Axa, und Christian Schröder, Volkswohl Bund Versicherungen (v. li.)

Christoph Schmallenbach, AachenMünchener, Patrick Dahmen, Axa, und Christian Schröder, Volkswohl Bund Versicherungen (v. li.)

Die Riester-Rente feiert dieses Jahr mittlerweile ihren 15. Geburtstag. Das Konzept ist umstritten: "Riester-Rente gescheitert", werfen die ärgsten Kritiker dem Modell vor. Andere halten weiterhin die Fahne hoch für die vom ehemaligen Arbeitsmister Walter Riester eingeläutete Form der privaten Altersvorsorge, bei der der Staat zur individuellen Vorsorge noch Mittel hinzuschießt.

DAS INVESTMENT hat sich bei Anbietern von Riester-Verträgen umgehört und wollte wissen: Für welche Kundengruppen ist die Riester-Rente nach wie vor geeignet und warum?

Christian Schröder

Christian Schröder, Marketingleiter der Vokswohl Bund Versicherungen: „Geld für das eigene Alter zurückzulegen, lohnt sich immer. Das ist keine Frage der Zinsen. Wichtig ist zunächst, dass man überhaupt Vorsorge für später trifft. Darüber hinaus gibt es Bevölkerungsgruppen, die durch einen besonders hohen Zulagenanteil profitieren, Eltern zum Beispiel. Unterm Strich lohnt sich die Riester-Rente für jeden, der förderberechtigt ist.“

Tobias Warweg

Tobias Warweg, Vorstand Makler- und Kooperationsvertrieb, HDI: „Die Riester-Rente lohnt sich allein schon durch die staatliche Förderung für alle – insbesondere für Familien mit Kindern. Aber auch alleinstehende, gut verdienende Singles können neben der Zulagenförderung von zusätzlichen Steuervorteilen profitieren. Damit auch insbesondere Geringverdiener motiviert werden, eine zusätzliche Riester-Rente abzuschließen, ist es wichtig, dass die daraus resultierende Rente im Alter nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird. Ein Rechenbeispiel: Eine Familie mit zwei Kindern und einem mittelbar geförderten Ehepartner mit einem rentenversicherungspflichtigen Jahreseinkommen von 40.000 Euro bekommen für einen Eigenbetrag von insgesamt 752 Euro im Jahr weitere 908 Euro vom Staat. Die staatliche Förderung beläuft sich damit auf 55 Prozent des Gesamtbeitrags.“

Christoph Schmallenbach

Christoph Schmallenbach, Vorstandsvorsitzender der AachenMünchener: „Die Riester-Rente lohnt sich für jeden Verbraucher, der aufgrund seiner Einkommens- und Vermögenssituation für seine Altersvorsorge aktiv werden möchte oder muss. Sie erreicht alle Einkommensgruppen, gerade auch Frauen, Kinderreiche und Menschen mit kleinen Einkommen. All diese Menschen können mit einem Riester-Vertrag ihre Altersversorgung zu attraktiven und risikofreien Bedingungen nachhaltig stärken.“

Martin Gräfer

Martin Gräfer, Mitglied des Vorstands der Bayerischen: „Prinzipiell lohnt sich die Riester-Rente dank der staatlichen Zuschüsse für jeden. Geringverdiener oder Alleinerziehende mit Kindern erhalten bereits mit dem Mindesteinsatz an Beiträgen einen lukrativen Zuschuss. Und die eingezahlten Beiträge sind garantiert. Ein gutes Beispiel ist eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, die in Teilzeit arbeitet. Nehmen wir an, sie verdient im Jahr 10.000 Euro, dann muss sie pro Monat lediglich fünf Euro aufwenden, um die volle staatliche Förderung zu bekommen. Das kann sich jeder leisten. Wenn wir das hochrechnen, werden aus 60 Euro Eigenleistung im Jahr mit der staatlichen Förderung 814 Euro auf dem Konto. Doch auch Sparer mit höheren Einkommen mit oder ohne Kinder profitieren durch Steuervorteile. Wichtig ist, dass hier nicht nur die Rendite in der Ansparphase zu betrachten ist, sondern vielmehr die Tatsache, dass mit dieser privaten Zusatzvorsorge eine Rente erworben wird, die ein ganzes Leben lang leistet.“

Jürgen Bierbaum

Jürgen Bierbaum, Vorstand Alte Leipziger Lebensversicherung: „Wegen der Günstigerprüfung lohnt sich die Riester-Rente gleichermaßen für Besserverdienende, die die Beiträge voll als Sonderausgaben geltend machen können, wie auch für Einkommensschwächere, die über die (Kinder-) Zulagen eine hohe Förderquote erreichen können. Auch mittelbar Förderberechtigte haben die Möglichkeit, mit  geringem Beitragsaufwand eine hohe staatliche Förderung zu erzielen. “

Patrick Dahmen

Patrick Dahmen, Mitglied des Vorstands bei Axa: „Die Riester-Rente, die Basis-Rente oder die betriebliche Altersvorsorge sind aufgrund der staatlichen Förderung durch Zulagen und /oder Steuer-erstattungen besonders attraktiv. Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat 2014 den Mehrwert der staatlichen Förderung für die Rendite unserer Relax Rente (Comfort) nach Abzug aller Kosten aus Kundensicht analysiert. Selbst im schlechtesten Fall, das heißt, die Relax Rente (Comfort) der AXA Lebensversicherung AG erwirtschaftet lediglich die  Bruttobeitragsgarantie, erzielt der Versicherungsnehmer positive Renditen p.a.. Bei Betrachtung der prognostizierten Rentenleistungen liegen die jährlichen Renditen in allen untersuchten Fällen bei über drei Prozent.“