„Die Volatilität von Schwellenländerinvestments nimmt kontinuierlich ab“

Guido von Schemm

Guido von Schemm

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Auf der Suche nach sicheren Geldanlagen flüchten die Kapitalanleger immer noch in Tagesgelder und wenig rentierliche Anleihen der Industrieländer. Für sie lohnt es sich, ihre Anlagestrategie zu überdenken und weltweit zu investieren. Die Beimischung von Aktien und Anleihen der Schwellenländer trägt zu einer nachhaltigen Kapitalentwicklung und der Erzielung laufender Erträge gleichermaßen bei. Trotz bestehender Einzelrisiken kann die Volatilität des Portfolios deutlich gesenkt und damit ein wertvoller Beitrag zur Stabilisierung geleistet werden.

Das weltweite Wirtschaftswachstum wird im 21. Jahrhundert maßgeblich von den Schwellenländern getragen, über 70 Prozent des weltweiten Wirtschaftswachstums entsteht dort. Weil die Wirtschaft in den Industrieländern stockt, nutzen westliche Konzerne verstärkt die Absatzmärkte in den Schwellenländern. Zudem sind durch die vorteilhafteren demografischen Voraussetzungen in den Schwellenländern weiterhin hohe Wachstumsraten zu erwarten.

Diese Entwicklung wird sich langfristig auf die Ertragskraft der marktbeherrschenden Unternehmen niederschlagen und lässt neben einer langfristig positiven Aktienkursentwicklung ebenfalls eine hohe Nachhaltigkeit der Dividendenrenditen erwarten. Ein Teil des Aktienbudgets sollte daher direkt in den Schwellenländern angelegt werden, um unmittelbar vom Wachstum zu profitieren.

Auch Anleiheinvestoren können von den Schwellenländern profitieren. Durch die historisch bedingte stärkere Inflation befindet sich das Zinsniveau auf einem höheren Level, als in westlichen Niedrigzinsländern. Dadurch lassen sich attraktive Zinsen erwirtschaften. Die Haushaltssituation ist oftmals besser als die der Industriestaaten und die geringere Staatsverschuldung gepaart mit Wirtschaftskraft wirkt sich positiv auf das Schuldnerprofil aus. Experten gehen davon aus, dass sich die Länderratings in den nächsten Jahren weiter verbessern werden. Argentinien und Indien sind negative Ausnahmen

Natürlich birgt die Investition in Schwellenländer, wie jede Anlageform, Risiken. Einzelne Länder können aus dem grundsätzlich positiven Umfeld ausscheren. So zum Beispiel Argentinien, das weiter mit Refinanzierungsproblemen zu kämpfen hat und nicht an die Wirtschaftsstärke anderer lateinamerikanischer Schwellenländer heranreicht. Auch Indien fällt im Marktumfeld der asiatischen Schwellenländer mit gebremstem Wirtschaftswachstum und Inflationsproblemen negativ auf. Diesem Risiko können Anleger mit einer guten Risikostreuung in ETFs oder aktiv gemanagten Fonds allerdings entgegentreten.

Internationalen Mittelverschiebungen sind weniger kalkulierbar

Weniger kalkulierbar sind die internationalen Mittelverschiebungen, denn in den letzten Jahren ist stark Liquidität zugeflossen, viele Investoren haben ihre Portfolios bereits in Schwellenländerinvestments diversifiziert. Allein in 2012 sind mehr als doppelt so viele Mittel in ETFs auf Schwellenländeraktien geflossen wie 2011. Diese Situation erhöht das Risiko liquiditätsgetriebener Kursverluste im Falle des Ausstiegs von Großinvestoren aus dem Segment. Daraus resultierende Marktverwerfungen sind eher kurzfristiger Natur, solange die langfristigen Perspektiven intakt sind.