Digitale Umwälzung „Nur wenn wir die Roboter-Revolution voll ausschöpfen, können wir weiterhin vorne mitspielen“

Roboter als Dirigent: Andrea Bocelli und das Lucca Symphonie Orchester beim ersten künstlich geführten Auftritt | © Getty Images

Roboter als Dirigent: Andrea Bocelli und das Lucca Symphonie Orchester beim ersten künstlich geführten Auftritt Foto: Getty Images

Roboter übernehmen die Welt. Und zwar nicht mithilfe einer Armee von Cyborgs, sondern durch eine sanftere und subtilere Infiltration intelligenter Technologie. Mit den neuesten Geräten von Amazon, Microsoft, Google und Co. kann man bereits das Licht anschalten, die Wettervorhersage ansehen, seinen Kalender aufrufen, Musik hören, einen Wasserkocher anstellen oder ein Taxi bestellen – und das alles per Sprachbefehl. Unterstützt wird diese Entwicklung durch die Investitionen digitaler Unternehmen, die die Systeme des maschinellen Lernens inzwischen als eine Hauptquelle für künftiges Wachstum ansehen.

Der Markt für Künstliche Intelligenz (KI) ist schon jetzt groß. Aber Prognosen zufolge dürfte er noch sehr viel größer werden. Schätzungen zufolge wird er von zwei Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 auf 127 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 wachsen. Derzeit spielen die USA und China eine führende Rolle, wobei der Großteil der Investitionen aus den Sektoren High-Tech, Telekommunikation und Finanzdienstleistungen dieser Länder kommt.

Wegbereiter für alle Sektoren

Für die weltweite Wirtschaft könnte das ein zusätzliches Wachstum von Billionen von US-Dollar bedeuten, sowohl durch höhere Produktivität als auch über eine Ankurbelung des Konsums, wenn die Verbraucher wieder mehr Geld für neue oder verbesserte Waren und Dienstleistungen ausgeben.

Schnelles Wachstum: Weltweite KI-Einnahmen in Milliarden US-Dollar

                                       Quelle: Bank of America Merrill Lynch

Die KI-Revolution wird sich nicht nur auf eine Branche beschränken. Es handelt sich um eine grundlegende und überall einsetzbare Technologie, die den Gewinn von einigen Unternehmen vervielfachen, aber gleichzeitig den Untergang anderer Unternehmen in vielen verschiedenen Bereichen auslösen wird. In zahlreichen Fällen könnte der Erfolg oder das Scheitern eines Geschäfts davon abhängen, wie effizient und schnell die Firmen KI einsetzen.

Deep Learning durch Daten

Durch maschinelles Lernen können Algorithmen historische Daten verwenden, um Muster auszumachen und zu prognostizieren, was in der Zukunft passieren könnte. Der nächste Schritt ist das tiefgehende Lernen („Deep Learning“). Hier lernen Computer aus ihren Fehlern und verfeinern Prognosen mit jedem neuen Informationsfragment. So werden die Computer immer besser im Erkennen von Bildern und Sprache sowie der Verarbeitung natürlicher Sprache (Natural Language Processing, NLP) – also darin, gesprochene und geschriebene Wörter so wie Menschen zu verstehen und im entsprechenden Kontext zu antworten.

KI macht sich bereits in so unterschiedlichen Branchen wie Gesundheit, Finanzen und Einzelhandel bemerkbar. Im Gesundheitsbereich verbessert sie die medizinische Diagnostik und ebnet so den Weg für personalisierte Medizin. In der Transportbranche ist KI die Schlüsseltechnologie für selbstfahrende Autos. Und auch die Finanzbranche transformiert sie: Banken und Anlageberater erfahren eine existentielle Bedrohung durch Roboter-Beratung. Und wer KI als Einzelhändler ignoriert, tut dies ebenfalls auf eigene Gefahr. Maschinelles Lernen kann die Logistik verbessern und ermöglicht zudem eine umfassendere kundenspezifische Produktanpassung.

Genauso wie Unternehmen es sich nicht leisten können, KI zu ignorieren, könnten Unternehmen, die auf die Entwicklung von KI-basierter Technologie spezialisiert sind, von einer starken Umsatz- und Gewinnsteigerung profitieren. Dies stellt wiederum eine Anlagechance dar und ist der Grund, warum KI eines der Schlüsselthemen der digitalen Strategie von Pictet AM ist.