Digitale Währungen Blockchain: Eine Revolution in der Finanzwelt

Eine Spielhalle in Las Vegas: Hier werden seit 2014 Zahlungen in der virtuellen Währung Bitcoin zugelassen | © Getty Images

Eine Spielhalle in Las Vegas: Hier werden seit 2014 Zahlungen in der virtuellen Währung Bitcoin zugelassen Foto: Getty Images

Dank der Einführung des Euro müssen Gulden nicht mehr in Francs oder D-Mark umgetauscht werden, bevor man nach Frankreich oder Deutschland fährt. Doch trotz einer einheitlichen europäischen Währung gibt es heute mehr Währungen als vor zwanzig Jahren. Das liegt an den Hunderten von neuen Kryptowährungen wie zum Beispiel Bitcoin, die am Computer erzeugt werden. Blockchain ist die treibende Kraft hinter diesen zunehmend beliebten digitalen Währungen.

Blockchain kurz erklärt

„Im Grunde ist Blockchain ein gemeinsam genutztes Kontobuch, das jeder überprüfen kann, aber von keinem einzelnen Nutzer kontrolliert wird“, erklärt Alexander Mouthon. „Die Teilnehmer des Blockchain-Netzwerks halten das Kontobuch auf dem neuesten Stand und müssen für dessen Abänderung strikte Regeln einhalten. Eine Blockchain ist eine Kette von aufeinander aufbauenden Transaktionsdaten, den sogenannten Blöcken. Jeder Block ist mit einem Zeitstempel und einem Verweis zum vorangehenden Block versehen. So ist eine nachträgliche Änderung der Daten nicht mehr möglich, ohne auch alle anderen damit verbundenen Blöcke zu ändern.“ In einem dezentralen System wie jenem der Kryptowährungen bedeutet dies, dass die Datensätze, die auf Computern von Tausenden verschiedenen Nutzern weltweit gespeichert sind, geändert werden müssen. Fälschungen oder Betrug sind bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen daher fast unmöglich.

Enormes Potenzial

Da Transaktionen schnell, effizient und ohne Betrugsrisiko abgeglichen werden können, geht das Potenzial von Blockchain weit über die Welt der Kryptowährungen hinaus. Unabhängige Drittparteien wie Banken oder Notare werden nicht mehr benötigt, um Transaktionen zu protokollieren. Die spanische Bank Santander* prognostizierte, dass bis 2020 zwanzig Milliarden US-Dollar durch neue Banktechnologien eingespart werden könnten. David Yermack, Professor für Finanzen an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Leonard N. Stern School of Business) der New York University, nannte Blockchain die wichtigste Erfindung in der Finanzwelt seit Einführung der Bilanzbuchführung vor 500 Jahren.

Übergang zur digitalen Technologie

Das Beispiel Blockchain zeigt, wie drastisch neue Technologien unsere Welt verändern, und dass immer mehr Tätigkeiten digital abgewickelt werden. „Online-Zahlungen stellen derzeit weniger als 1 Prozent des Gesamtmarkts für weltweite Zahlungen im Wert von über 54 Billionen Dollar dar“, erklärt die Senior-Investmentmanagerin des Fonds Pictet-Digital Sylvie Sejournet. Und weiter: „Dieser Prozentsatz dürfte in Zukunft deutlich ansteigen. Für Anleger könnte es sinnvoll sein, einen Teil ihres Portfoliovermögens in einen Fonds anzulegen, der sich ausschließlich auf Unternehmen konzentriert, die vom Übergang zur digitalen Technologie profitieren.“

* Quelle: Santander InnoVentures 2015

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