Digitalisierung Versichererverband verteidigt Big Data

Fitbit ist ein Produzent von Fitness-Tracking-Geräten - diese messen Puls, Schritte, und andere Daten. Foto: Getty Images

Fitbit ist ein Produzent von Fitness-Tracking-Geräten - diese messen Puls, Schritte, und andere Daten. Foto: Getty Images

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Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von gdv.de zur Verfügung gestellt.

Der Versicherer sitzt bei einigen deutschen Autofahrern schon heute gewissermaßen auf dem Beifahrersitz. Denn auch hierzulande bieten Unternehmen sogenannte Telematiktarife an. Kleine Boxen registrieren das Fahrverhalten und übertragen die Infos an einen Dienstleister, der daraus einen Punktwert ermittelt und diesen an den Versicherer weiterleitet. Wer sicher fährt, wird am Ende mit niedrigeren Prämien belohnt.



Die Angebote zeigen, wie Versicherungstarife immer individueller kalkuliert werden können. Möglich machen es neue Geräte, die das Kundenverhalten permanent erfassen. Und das nicht nur beim Autofahren. So messen Fitness-Apps oder Armbänder beispielsweise den Gesundheitszustand des Nutzers, und diese Informationen könnten für Lebensversicherer ebenfalls von Interesse sein. Verwenden viele Kunden solche Geräte, könnten sich bestimmte Gesundheitsrisiken noch besser bestimmen lassen. Und am Ende gäbe es vielleicht einen Bonus für gesundheitsbewusstes Verhalten.

Sorge vor Zerfall der Versichertengemeinschaft

Verbraucherschützer sehen die Entwicklung mit Sorge. Sie befürchten den Zerfall des Versichertenkollektivs. Gesundheitsbewusste Menschen würden mit niedrigen Prämien belohnt, Menschen mit größeren Risiken müssten hingegen mehr bezahlen – oder fielen gar ganz durch das Raster. „Wenn wirklich das Risiko jedes Einzelnen bewertet wird, dann teilen wir die Risiken nicht mehr”, sagt die Vorsitzende des deutschen Ethikrates, Christiane Woopen.