Dividenden-ETFs Hinsehen lohnt sich

Börse in New York: Deutsche Anleger stehen Aktien-Investments nicht so aufgeschlossen wie Amerikaner gegenüber | © Getty Images

Börse in New York: Deutsche Anleger stehen Aktien-Investments nicht so aufgeschlossen wie Amerikaner gegenüber Foto: Getty Images

Bald geht es wieder los: In wenigen Wochen startet die neue Dividendensaison in Deutschland. Das weckt Begehrlichkeiten. Dividenden rücken als attraktive Ertragsalternative bei Anlegern verstärkt in den Fokus.

Routinierte Finanzberater haben die Argumente für dividendenstarke Aktien schnell beisammen: Erstens sprechen attraktive Erträge statt flauer Zinsen aus festverzinslichen Wertpapieren für die Titel – natürlich bei erhöhtem Risiko. Zweitens schwanken die Kurse von Dividendenaktien oft nicht so stark wie die von Wachstumstiteln. Und drittens sprechen die konsequente Nutzung aller Renditekomponenten einer Aktie und der glättende Effekt für den Wertverlauf eines Portfolios bei Wiederanlage der Erträge durch den Zinseszinseffekt für Dividendenaktien.

Aus Gesprächen mit erfahrenen Beratern weiß ich aber auch: Sie raten Kunden ungern kurz vor Hauptversammlungen und Ausschüttungs-Terminen, in Dividendenfonds einzusteigen. Denn dann ist eine – meist temporäre – Kurskorrektur die Regel. Es ist nicht schön, wenn Berater gerade eine Anlage empfohlen haben und der Erfolg der Strategie davon abhängt, wie lange Anleger die Strategie durchhalten. In solchen Situationen kommt oft Nervosität auf.

Dividenden-ETFs ziehen Anlegergelder an

Der richtige Einstiegszeitpunkt in Dividendentitel wäre jetzt. Und es gibt gute Gründe, bei einer Dividendenauswahl ETFs in Erwägung zu ziehen. Das sehen mittlerweile auch viele Anleger so: In den vergangenen zwei Jahren stieg das in Dividenden-ETFs verwaltete Vermögen weltweit um über 50 Prozent auf 31,4 Milliarden Euro – damit wurde die Wachstumsrate der aktiv gemanagten Dividendenfonds deutlich übertroffen. Nachfolgende Grafik illustriert die Entwicklung.

                            Quelle: BVI, eigene Berechnungen

Die Gründe sind die üblichen: Transparenz, Kosten und Einfachheit sprechen für ETFs. Und wenn Berater auf die richtigen Indizes setzten, lassen sich auch die bekanntesten Risiken einer Dividendenstrategie vermeiden: Unternehmen, die nur temporär Dividenden pushen, um Anleger zu halten, aber nicht nachhaltig wirtschaften. Oder Unternehmen, die Dividenden nicht aus den operativen Gewinnen zahlen und so trotz zeitweise attraktiver Ausschüttungen sozusagen von der Substanz leben.

Intelligente Indexkonstruktionen wie beispielsweise die des Stoxx Global Select Dividend 100 beugen diesen Risiken vor. Auswählt werden hier nur Titel, die ihre Dividenden in den letzten fünf Jahren nicht reduziert haben. Unternehmen, die keine nachhaltige Dividendenpolitik betreiben fallen heraus.

Ebenso werden Unternehmen nicht berücksichtigt, deren Gewinn zu mehr als 60 Prozent in Dividenden fließt. Denn auch das lässt Zweifel an der Nachhaltigkeit aufkommen. Gewinne, die nicht ausgeschüttet werden, können nämlich investiert werden – und sind damit Grundlage für künftige Auszahlungen.