Dividendenfonds: Siegertypen

Das ist eine ordentliche Ausschüttung wert: Stefan Bradl <br> lässt die Korken knallen, nachdem er das Moto2-Rennen <br> beim Grand Prix von Portugal gewonnen hat. <br> Foto: Getty Images

Das ist eine ordentliche Ausschüttung wert: Stefan Bradl
lässt die Korken knallen, nachdem er das Moto2-Rennen
beim Grand Prix von Portugal gewonnen hat.
Foto: Getty Images

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Star-Investor Peter Lynch zählte es zu seiner liebsten Bettlektüre: „Ein echter Thriller”, so der langjährige Manager des Fidelity Magellan Fund über das „Dividend Achievers Handbook“ des US-Datenanbieters Mergent. Es listet alle Unternehmen, die ihre Dividende mindestens zehn Jahre lang in Folge erhöht haben.

Für Lynch eine Lizenz zum Gelddrucken: „Kaufen Sie Aktien der Unternehmen auf der Liste und halten Sie sie, solange sie draufstehen.“ Der Tipp hat Gewicht: Mit dem Magellan erzielte Lynch von 1977 bis zu seinem freiwilligen Rücktritt 1990 im Schnitt ein Plus von sagenhaften 29 Prozent pro Jahr, mal eben doppelt so viel wie der US-Aktienindex S&P 500. Weltklasse.

Lynch ist inzwischen 68 Jahre alt und längst in Rente. Dividendenpapiere indes stehen erst am Anfang ihrer Karriere. Noch in den 90er Jahren hielt es ein Großteil der Unternehmenslenker für Verschwendung, Aktionäre mit kleinen Geldgeschenken am Erfolg ihrer Firma teilhaben zu lassen. Wer Dividende zahlt, verzichtet auf Investitionen und damit auf Wachstum, so die damals weit verbreitete Meinung.

Falsch gedacht. „Hohe Ausschüttungsquoten gehen eher mit überdurchschnittlichem Gewinnwachstum einher“, so Klaus Telöken von Allianz Global Investors. „Denn Überinvestition in unprofitable Projekte oder gar wertvernichtende Übernahmen unterbleiben angesichts der verknappten Mittel.“

Für die Studie „Dividendenstrategien im Umfeld von Inflation und Deflation“ hat Telöken zusammen mit seinem Kollegen Kai Hirschen das Auf und Ab der Kapitalmärkte in den vergangenen 60 Jahren analysiert.

Schutz vor Inflation und Deflation

Eine hohe und nachhaltige Dividendenrendite, also Ausschüttung pro Aktie geteilt durch den Aktienkurs, bietet Anlegern demnach nicht nur einen gewissen Schutz vor Inflation und Deflation, „sondern hat sich in der Vergangenheit auch immer wieder als Stabilitätsanker in schwierigem Marktumfeld erwiesen“, so Hirschen. Wie ein Fallschirm bremsen Ausschüttungen Verluste ab. Und auch wenn die Dividendenzahler an der Börse eine Nullrunde drehen, verdienen Investoren trotzdem Geld.

Gute Dividendenzahler sind zudem meist substanzstarke Unternehmen aus defensiven Branchen wie Telekommunikation, Energieversorgung oder Pharma. Ihre Aktienkurse schwanken in der Regel weniger stark, weil sie nicht ganz so abhängig von der Konjunktur sind.

Außerdem: Aktien sind Sachwerte, Anteile an Unternehmen, und darum gerade in Zeiten drohender Inflation attraktiv. Staatsanleihen hingegen bieten nur noch zinsloses Risiko. Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit beispielsweise werfen gerade einmal 2 Prozent pro Jahr ab.

Unternehmen im Euro Stoxx 50 liefern im Schnitt eine Dividendenrendite von 4,5 Prozent. Bei Staatsanleihen bleibt der Kupon zudem unverändert, die Unternehmen indes erhöhen ihre Dividende im besten Fall jedes Jahr. Auch im Vergleich mit Firmenanleihen schneiden die Aktien der Ausschütter meist besser ab: Die Dividendenrendite liegt derzeit in vielen Fällen über den Anleihezinsen.