DJE Real Estate: Immobiliendachfonds müssen sich der Systemfrage stellen

Björn Drescher

Björn Drescher

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„Der DJE Real Estate wird aufgelöst.“ Mit dieser Überschrift titelte eine Pressemitteilung der DJE Investment S.A. am 29. Dezember und verkündete „zwischen den Jahren“ das programmierte Ableben des „Pioniers“ unter den Immobiliendachfonds. Der im Juli 2004 nach Luxemburger Recht aufgelegte DJE Real Estate (WKN: A0B9GC) war der erste Immobiliendachfonds, galt seinerzeit als herausragende Fondsinnovation, verzeichnete in den ersten Jahren seines Bestehens sagenhafte Absatzrekorde (Volumen in Spitzenzeiten über 1,7 Mrd. Euro), verleitete viele Wettbewerber zur Nachahmung und litt doch schon seit einigen Jahren an schwindendem Vertrauen seiner Anteilsinhaber (2008/2009 schon einmal von der Anteilsrücknahme ausgesetzt). Zuletzt war der Fonds auf 226 Millionen Euro „abgemagert“ und teilt nun das Schicksal des „Premium Management Immobilien Anlagen“ (AGI) und des „DB ImmoFlex“. Und es steht zu erwarten, dass er nicht der letzte zu Beklagende seiner Art bleiben wird.

Wie auch? Reißt doch die Liste schlechter Nachrichten aus dem Segment offener Immobilienfonds, einem entscheidenden Teil des Anlageuniversums der Immobiliendachfonds, nicht ab. Zuletzt frustrierten nach den Abwicklungsankündigungen des DEGI International und AXA Immoselect beispielsweise die verschobenen Wiedereröffnungsversuche des CS Euroreal und des SEB Immoinvest die Marktteilnehmer. Angesichts der Massenschließungen und zunehmend erkennbarer werdender Massenabwicklungen der Zielfonds sind die von ihnen abgeleiteten Produktlinien analog betroffen. Sie müssen schon seit Monaten die Rückgabewünsche ihrer Anteilsinhaber bedienen. Und zwar so lange, bis sie selber ihre Liquidität verbraucht haben und angesichts der Sperren ihrer Zielfonds zahlungsunfähig werden. Schutz vor diesem „Teufelskreis“ bieten in Einzelfällen allenfalls Besonderheiten in der Anteilsinhaberstruktur, wie z.B. für den Fall, das konzerneigene Gelder mit Signalcharakter investiert wurden. Vor diesem Hintergrund wird sich für das Segment der Immobiliendachfonds in den kommenden Monaten die Systemfrage stellen. Produkte wie beispielsweise StrategoGrund, Allianz Flexi Immo, CS Portfolio Real und Wallberg Real Estate werden Farbe bekennen müssen, wie sie mit ihr umgehen wollen. Mittelabflüsse haben sie alle zu verzeichnen. Bei vier von drei eingefrorenen Produkten sind die Probleme "hausgemacht"

Dabei sind die Probleme keineswegs nur systemisch, aber auch. Denn die vier von der Anteilsrücknahme ausgesetzten Immobiliendachfonds, von denen bereits drei die Abwicklung anstreben, haben auch ihre „hausgemachten“ Schwierigkeiten, in die sie sich quasi selbst manövriert haben. Im Fall des RP Global Real Estate der umfangreiche Einkauf illiquider Immobilienfondsanteile über die Börse (Spekulation auf Wiedereröffnung), bei AGI und DWS der mangelnde Rückhalt im Hauptvertriebskanal (Commerzbank/Deutsche Bank) angesichts der Immobilienfondskrise und beim DJE Real Estate...