Dreister Betrug an Patienten LV- und BU-Makler: „Jeder 5. Kunde berichtet über gefälschte Diagnosen“

Matthias Helberg (re.) bekommt den Finanzblog-Award von Comdirect verliehen

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Gesetzliche Krankenkassen bezahlen Ärzte, wenn sie ihre Patienten auf dem Papier kränker machen als sie sind. Das erklärte der Chef der Techniker Krankenkasse (TK) Jens Baas vor einigen Tagen in einem Interview.  Dadurch wolle man mehr Gelder aus dem Risikofinanzausgleich zwischen den Kassen bekommen.

Die Auswirkungen dieses betrügerischen Verhaltens auf Patienten erwähnte Baas aber mit keiner Silbe. Dabei können diese gravierend sein und den Patienten schlimmstenfalls in eine finanzielle Existenzkrise stürzen. Denn wer einen Antrag auf Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung stellt, ist auf wahrheitsgemäße Einträge in seiner Krankenakte angewiesen.

„Wie soll ein Versicherer herausfinden, ob eine Diagnose korrekt oder gefälscht ist?“

Wer also eine Falschdiagnose in seiner Krankenakte stehen hat, wird oft - zu Unrecht - vom Versicherungsschutz ausgeschlossen oder muss deutlich höhere Beiträge zahlen. Und das ist noch nicht alles. Stellen sich derlei Abrechnungsdiagnosen erst im Leistungsfall heraus, also wenn der Versicherte eine BU-Rente beantragt, ist sein kompletter Vertrag in Gefahr. Schlimmstenfalls wird er die Falschdiagnose nach Jahren nicht mehr nachweisen können und damit trotz jahrelanger Beitragszahlungen keine Leistungen von seiner Versicherung erhalten.

„Wie soll ein Versicherer auch herausfinden, ob eine aktenkundige Diagnose korrekt oder gefälscht ist?“ fragt Matthias Helberg. Dem Versicherungsmakler sind zahlreiche Fälle von ärztlichem Abrechnungsbetrug bekannt. „Von unseren Kunden berichtet inzwischen ungefähr jeder fünfte, der seine Arztakte überprüfte, über „manipulierte“ Diagnosen“, schreibt Helberg.