Drescher-Kommentar Plötzlicher Sinneswandel bei French?

Björn Drescher, Chef des Analyseunternehmens Drescher & Cie

Björn Drescher, Chef des Analyseunternehmens Drescher & Cie

// //

Scheinbar überraschend tritt Fondsmanager Graham French von der Brücke des M&G Global Basics ab und überlässt dem bisherigen Co-Manager Randeep Somel das Steuer des Milliarden schweren Supertankers.

Gerüchte über einen möglichen Abgang Frenchs gab es schon länger und zuhauf. Sie wurden vom Unternehmen und auch von French immer wieder vehement bestritten. Er selbst lies sich noch im Oktober mit den Worten zitieren, „er brenne darauf, den Fonds in die Zukunft zu führen“. Umso grotesker nun die aktuelle Meldung, meinen Dirk Arning und Björn Drescher im aktuellen Newsletter "return".

Die Fakten

Wie M&G International Investment bekannt gegeben hat, zieht sich der Fondsmanager des über fünf Milliarden Euro großen M&G Global Basics, Graham French, mit sofortiger Wirkung aus dem Tagesgeschäft zurück und übergibt seinem Stellvertreter Randeep Somel das Kommando mit den Worten: „Randeep hat jetzt das Sagen!“

French sieht den Fonds bei seinem Kollegen „in guten Händen“, will ihm in den kommenden sechs Monaten noch beratend zur Seite stehen und große Teile seiner persönlichen Altersversorgung im Fonds belassen. Änderungen der Investmentphilosophie und -grundsätze sind laut Unternehmensangaben nicht vorgesehen.

Der Fonds soll auch zukünftig Benchmark frei ein Multi-Themenkonzept verfolgen und sich auf rund 60 Werte konzentrieren. French hatte die Strategie des Fonds mit entwickelt und seine Geschicke von Anfang an gelenkt.

Der Kommentar

Ob es ein offenes Geheimnis war, dass sich Graham French lieber früher als später aus dem aktiven Fondsmanagement zurückziehen wollte, spielt jetzt keine Rolle mehr.

Überraschend ist zumindest der Zeitpunkt, denn erst vor wenigen Wochen hatte sich Graham French „voller Zuversicht und Tatendrang“ zum Management des M&G Global Basics bekannt: „Ganz persönlich möchte ich noch sagen, dass nach dem Sommer letzten Jahres der Enthusiasmus wieder neu in mir entbrannt ist. Wir haben unerquickliche Zeiten hinter uns, keine Frage. Man braucht eine Weile, um sich von so etwas zu erholen. Aber die letzten zwölf Monate waren eine Zeit, in der wir neue Kraft geschöpft haben. Und wir blicken mit dem Fonds voller Optimismus in die Zukunft.“, so Graham French erst im Oktober. Er persönlich brenne darauf, den Fonds in die Zukunft zu führen.

Es scheint also so, als habe M&G mit solchen Verlautbarungen erst vor wenigen Wochen noch die Gerüchte um einen bevorstehenden Fondsmanagerwechsel entkräften wollen.