Düstere Prognose: Zehn schlechte Jahre für Emerging Markets?

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Die Goldman Sachs Group rät den Investoren, ihre Allokation auf Anlagen in den Emerging Markets um ein Drittel zu verringern, von neun Prozent auf sechs Prozent. Die Bank geht von einer „erheblichen Underperformance” für Aktien, Anleihen und Währungen über die nächsten zehn Jahre aus.

JPMorgan Chase & Co. erwartet, dass Schwellenländer-Bonds in lokaler Währung dieses Jahr nur noch zehn Prozent des durchschnittlichen Ertrags seit 2004 einbringen werden und bis auf ein Prozent abbröckeln können. Morgan Stanley rechnet mit weiteren Kursverlusten bei Währungen wie Real, Rubel und türkischer Lira. Im vergangenen Jahr gab es bereits Verluste von bis zu 17 Prozent.

Die Volkswirtschaften von Brasilien, Russland, Indien und China standen während der Finanzkrise für die zunehmende Stärke der aufstrebenden Länder, und ihre Finanzmärkte lieferten überdurchschnittliche Erträge.

Nach Einschätzung von Morgan Stanley dürften nun jedoch einige der Länder zu Nachzüglern werden, da die US-Notenbank Federal Reserve ihre beispiellosen geldpolitischen Anreize zur Konjunkturankurbelung zurückfährt und die Zinsen steigen.

Der MSCI Emerging Markets Index für Aktien hat dieses Jahr bereits drei Prozent verloren und sank am Montag auf ein Vier- Monats-Tief als Konjunkturdaten aus China enttäuschend ausfielen. Zum Vergleich: der Industrieländerindex hat 1,2 Prozent eingebüßt.

Kapitalkosten werden sich normalisieren

„Noch vor kurzem war die Welt so gebannt von den Schwellenländermärkten, dass sie nicht zwischen gut und schlecht unterschieden hat”, sagt Stephen Jen, Partner bei SLJ Macro Partners in London, in einem Telefoninterview mit Bloomberg News. Er hatte im vergangenen Jahr den Ausverkauf in den Schwellenländern korrekt vorausgesagt. „Die Kapitalkosten werden beginnen, sich zu normalisieren und dann wird sich die Wahrheit in diesen Märkten herauskristallisieren.”

Schwellenländer-Bonds in lokaler Währung brachten in den zehn Jahren bis 2012 in Dollar gemessen einen Ertrag von 205 Prozent ein. US-Staatsanleihen kamen auf 58 Prozent, wie Daten von JPMorgan und Bank of America Corp. zeigen. Der MSCI-Index für Schwellenländeraktien kletterte um 261 Prozent und übertraf damit den Index für Industrieländeraktien mit seinem Plus von 69 Prozent deutlich.

Im vergangenen Jahr verloren die Schwellenländer-Bonds in lokaler Währung 6,3 Prozent und der MSCI-Index für die Aktien fiel um fünf Prozent. Dagegen kam der MSCI World Index auf ein Plus von 24 Prozent. Das war die größte Differenz seit 15 Jahren, wie Daten von Bloomberg zeigen.