DWS-Fondsmanager Klaus Kaldemorgen sieht „Trump-Rally“ pessimistisch

Klaus Kaldemorgen ist der bekannteste Fondsmanager der Vermögensverwaltersparte der Deutschen Bank Deutsche Asset Management. Seit seiner Auflage 2011 managt er den Mischfonds Deutsche Concept Kaldemorgen, vormals DWS Concept Kaldemorgen

Klaus Kaldemorgen ist der bekannteste Fondsmanager der Vermögensverwaltersparte der Deutschen Bank Deutsche Asset Management. Seit seiner Auflage 2011 managt er den Mischfonds Deutsche Concept Kaldemorgen, vormals DWS Concept Kaldemorgen

Donald Trumps Pläne zur Belebung der Wirtschaft werden keinen nachhaltigen Erfolg haben, sagt der populäre DWS-Fondsmanager Klaus Kaldemorgen. In einem Interview mit dem Handelsblatt zeigt sich Kaldemorgen skeptisch: Viele Börsenteilnehmer nähmen den designierten US-Präsidenten als einen Motor wahr, der mit seinen angekündigten Maßnahmen die Wirtschaft ankurbeln werde. Dieses Wachstum werde allerdings nicht nachhaltig sein. Steuererleichterungen könnten nur einen kurzfristigen Konjunkturschub bringen – und die Inlandswirtschaft nach außen hin abzuschotten, sei sogar schädlich, sagt Kaldemorgen voraus.

Nachdem Anleger dem designierten US-Präsidenten schon viele Vorschusslorbeeren zugestanden hätten, sei die Enttäuschung vorprogrammiert. Kaldemorgen wagt eine Prognose: Nach Trumps Amtseinführung würden Anleger schnell enttäuscht sein, die positive Aktientendenz werde dann wieder umschlagen.

Hier sieht Kaldemorgen Chancen

Gefragt nach aussichtsreichen Anlagen erklärt Kaldemorgen die Pharmabranche und von den Regionen her Japan, aber auch Russland und Mexico zu vielversprechenden Kandidaten.

Weil er tendenziell die Leitzinsen auch im Euroraum wieder steigen sieht, erwartet Kaldemorgen im laufenden Jahr allerdings von Staatsanleihen nur eine unbefriedigende Performance. Vor allen Dingen langlaufende Staatsanleihen könnten Anlegern, wenn die Zinsen wieder steigen, Verluste bescheren. Eine Ausnahme sieht Kaldemorgen bei mexikanischen Staatsanleihen: Auf US-Dollar lautende Anleihen mexikanischer Unternehmen warteten nach der Peso-Abwertung mit attraktiven Renditen um die sieben Prozent auf.

Das können Anleger tun

Aktienanlegern rät der Fondsmanager mit Käufen aktuell noch abzuwarten. Allerdings könnten sich die europäischen Börsen gegenüber ihrem US-Pendant im laufenden Jahr besser entwickeln, schätzt Kaldemorgen. Den Dax sieht der Fondsmanager zu Jahresende 2017 bei knapp 12.000 Punkten stehen. In seinem Fonds „Deutsche Concept Kaldemorgen" halte er momentan ein knappes Drittel des Geldes in Anleihen mit kurzen Laufzeiten und weniger als die Hälfte in Aktien, von denen er den Großteil gegen Kursverlust abgesichert habe, verrät Kaldemorgen im Interview.

Klaus Kaldemorgen ist seit 1982 für die Investmentsparte der Deutschen Bank, ehemals DWS Investment, heute Deutsche Asset Management, tätig und erwarb hier eine umfangreiche Erfahrung sowohl im Bereich Aktien als auch Anleihen. Seit Auflage 2011 managt Kaldemorgen den Mischfonds Deutsche Concept Kaldemorgen, vormals DWS Concept Kaldemorgen.