Easymoney Dieses Sparkonto verspricht 4 Prozent Zinsen

Der britischer Unternehmer Stelios Haji-Ioannou hat bereits Unternehmen in unterschiedlichen Branchen gegründet, unter anderem 2004 die Mobilfunk-Firma Easymobile (Archivbild). Jetzt wagt er sich in die Finanzbranche.  | © Getty Images

Der britischer Unternehmer Stelios Haji-Ioannou hat bereits Unternehmen in unterschiedlichen Branchen gegründet, unter anderem 2004 die Mobilfunk-Firma Easymobile (Archivbild). Jetzt wagt er sich in die Finanzbranche. Foto: Getty Images

Ein Sparkonto, das 4 Prozent Zinsen pro Jahr in Aussicht stellt – kann jemand in heutigen Niedrigzinszeiten ernsthaft mit einem solchen Angebot an den Markt gehen? Offenbar ja. Laut einem Bericht der auf dem Online-Portal der britischen Tageszeitung Guardian bietet das Unternehmen Easymoney aktuell ein Konto an, das sogar 4,05 Prozent jährliche Zinsen in Aussicht stellt. Initiator von Easymoney ist der britische Unternehmer Stelios Haji-Ioannou, Gründer unter anderem der Fluglinie Easyjet und anderer Unternehmen, die jeweils ein „Easy“ im Namen tragen.

Was steckt hinter dem Angebot, mit dem Haji-Ioannou nach eigener Aussage gegen große Banken in die Offensive um brach liegendes Sparergeld ziehen will?

„Innovative-Finance“-Konto

Das neue Easymoney-Konto sei weder ein traditionelles Sparkonto noch ein Wertpapierdepot, heißt es im Guardian-Artikel. Es handle sich um ein sogenanntes „Innovative-Finance“-Konto und stütze sich auf Peer-to-Peer-Kredite: Easymoney vermittelt das Geld seiner Sparkunden weiter an Menschen, die Geld leihen möchten. Das ist eigentlich klassisches Bankgeschäft. Nur dass in diesem Fall Banken außen vor bleiben.

Die über Easymoney vermittelten Kredite seien durch britische Immobilien besichert, heißt es weiter. Das Risiko der Anleger verteile sich laut Unternehmensangaben auf eine Vielzahl solcher immobilienbesicherter P2P („Peer-to-peer“)-Darlehen, angeblich alle erstrangig. Dabei wolle Easymoney nicht an eine bestehende P2P-Darlehensplattformen anknüpfen, sondern selbst Kredite ausgeben und damit einen eigenen Kosmos aufbauen. Eine Mindestanlagesumme werde nicht gefordert.

Die Krux

Die in Aussicht gestellten 4,05 Prozent Zinsen seien allerdings nicht garantiert, spricht der „Guardian“ auch den Haken an der Sache an. Und die Einlagen der Kunden seien im Verlustfall auch nicht durch das britische Einlagensicherungssystem Financial Services Compensation Scheme abgesichert. Heißt: Geht Easymoney pleite, könnte das Geld auch weg sein.

Das 4-Prozent-Zinsen-Konto ist laut Angaben des Unternehmens das erste von noch einigen weiteren Finanzprodukten, die bei Easymoney aktuell auf ihren Einsatz warten.