EBA, Esma und Eiopa Europäische Aufsichtsbehörden warnen vor Kryptowährungen

Russisches Krypto-Mining-Zentrum. EU-Finanzaufsichtshörden warnen vor dem Kauf von Bitcoin und Co. | © Getty Images

Russisches Krypto-Mining-Zentrum. EU-Finanzaufsichtshörden warnen vor dem Kauf von Bitcoin und Co. Foto: Getty Images

Die Warnungen vor Produkten aus dem Krypto-Universum reißen nicht ab. Jetzt haben die drei europäischen Aufsichtsbehörden für Banken (EBA), für Wertpapiere (Esma), und Versicherungen (Eiopa) vor dem Kauf von Kryptowährungen gewarnt.

Währungen wie Bitcoin erleben extreme Preisschwankungen und zeigen Anzeichen einer Vermögenspreisblase, heißt es in einer Mitteilung der Behörden. Verbraucher, die Kryptowährungen erwerben möchten, sollten wissen, dass sie einen hohen Anteil oder sogar ihre gesamte Anlagesumme verlieren können.

Kryptowährungen sind ebenso wie die Börsen, an denen sie gehandelt werden, nicht vom EU-Gesetz reguliert. Käufer sind nicht durch die europäische Finanzmarktregulierung geschützt, wenn eine Kryptobörse einen Cyber-Angriff erfährt oder sie sich auflöst. Solche Probleme hat es in der Vergangenheit schon gegeben, erinnern die Aufsichtsbehörden. Während der Vorfälle waren die Währungen zeitweise nicht handelbar. Verbraucher erlitten Verluste durch starke Preisschwankungen während der Phase, in der sie nicht auf ihr Währungskonto zugreifen konnten.

Regulatorisch „wilder Westen“

„Die Warnung der EU-Finanzaufsichtsagenturen ist überfällig“, kommentiert Europaparlamentarier Markus Ferber, der gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender im parlamentseigenen Wirtschafts- und Währungsausschuss ist. Bei Kryptowährungen herrsche regulatorisch nach wie vor „wilder Westen“. Die Märkte für virtuelle Währungen seien intransparent, anfällig für Manipulationen und schwankten sehr stark. Damit Verbraucher einen gewissen Mindestschutz genießen, sollen virtuelle Währungen als Finanzinstrumente eingestuft werden, fordert Ferber. Die EU-Kommission solle einen entsprechenden Gesetzesvorschlag einbringen.

Die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde Esma hatte Ende des vergangenen Jahres bereits vor sogenannten Initial Coin Offerings (ICOs) gewarnt – ein Vorgang, der wie die Digitalwährung Bitcoin auf der Bockchain-Technologie beruht. Mittels ICO sammeln Unternehmen Geld von Anlegern ein. Diese erhalten im Gegenzug Ansprüche auf Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens. Der Wert, der hinter den sogenannten Tokens steckt, die Kunden mit ihrem Geld erwerben, ist in vielen Fällen allerdings schwer zu beziffern. „ICOs sind höchst spekulative Investitionen“, warnte die Esma.

Auch speziell in Bezug auf Kryptowährungen haben viele Länder bereits Warnungen oder Verbote ausgesprochen. So wurde eben ein Plan der Notenbank von Katar bekannt, demzufolge die Währungshüter den Bitcoinhandel unter Strafe stellen wollen. Eine chinesische Finanzaufsichtsbehörde hat kürzlich die lokalen Regierungen des Landes aufgefordert, Mining-Aktivitäten von Kryptowährungs-Schürfern einzudämmen. Geschätzt 70 Prozent aller Bitcoins werden in China erschaffen. Angeblich will die Regierung unter anderem bei der Stromversorgung ansetzen und so den energieintensiven Prozessen rund um die Schaffung von frischen Krypto-Coins einen Riegel vorzuschieben.