Ebase-Chef Rudolf Geyer zum Fondsberater-Markt im März 2016 „Finanzberater machen bereits einen sehr guten Job“

Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung der B2B-Direktbank Ebase

Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung der B2B-Direktbank Ebase

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Die bei der B2B-Direktbank Ebase angeschlossenen Fondsvermittler betreuen mehr als eine Millionen Kundendepots mit einem Volumen von insgesamt rund 26 Milliarden Euro In einer exklusiven Kooperation liefert Ebase DAS INVESTMENT Daten zu Handelsaktivitäten und Mittelzuflüssen – sowohl zu Fondskategorien als auch auf Einzelfondsebene. Fondsdepots für institutionelle Kunden und die der betrieblichen Altersversorgung werden in der Auswertung nicht berücksichtigt.

Im folgenden Gespräch zeigt Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung der B2B-Direktbank Ebase, die wichtigsten Trends auf.

DAS INVESTMENT: Herr Geyer, welche Entwicklung aus Ihrer März-Depotanalyse hat Sie am meisten überrascht?
Rudolf Geyer: Am überraschendsten war für mich sicherlich, dass trotz der hohen Schwankungen an den Börsen weltweit die Mittelzuflüsse in Fonds die Abflüsse noch übertrafen, zum Teil sehr deutlich. Die an Ebase angeschlossenen Fondsberater haben offenbar kühlen Kopf bewahrt und die Situation genutzt, um gezielt neue Bestände aufzubauen. Obwohl die Handelsaktivitäten von Januar bis März immer weiter nachgelassen haben, blieb der Kaufquotient für den gesamten Zeitraum über alle Fonds hinweg bei 1,04, was bedeutet, dass die Käufe die Verkäufe um 4 Prozent übertrafen. Im März betrug er sogar 1,40 – also 40 Prozent mehr Käufe als Verkäufe.



Das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen war im März bei aktiven Fonds so groß wie seit 14 Monaten nicht mehr. Welche Fondskategorien waren bei den Fondsberatern besonders beliebt?


Das größte Interesse der angeschlossenen Berater war bei Mischfonds zu registrieren, mit einem Kaufquotienten von 1,52, gefolgt von Aktienfonds mit 1,43 und Rentenfonds mit 1,36. Eine sehr große Nachfrage registrierten wir im Übrigen bei offenen Immobilienfonds sowie erneut bei ETFs, bei denen die Käufe die Verkäufe mit einem Kaufquotienten von 2,39 um 139 Prozent übertrafen.

Die Handelsaktivitäten hingegen gingen im März abermals leicht zurück und liegen in allen Fondskategorien immer noch spürbar unter dem Vorjahresschnitt. Worauf führen Sie das zurück?

Im März, aber auch in den Monaten davor, haben wir eine interessante gegenläufige Entwicklung beobachtet. Es wurde zwar weniger gehandelt, aber mit den durchgeführten Aktivitäten wurden überwiegend neue Positionen aufgebaut. Die angeschlossenen Berater lassen sich demnach in zwei Gruppen aufteilen. Die eine hält sich derzeit mit Neuengagements zurück, wahrscheinlich aus Verunsicherung über die weitere Entwicklung an den Märkten. Die andere Gruppe ist sehr wohl aktiv und nutzt die hohe Volatilität zu gezielten Zukäufen.

Welche saisonalen Effekte wirken auf die Fondsumsätze der Berater eigentlich ein? Welche Rolle spielen zum Beispiel Urlaubszeiten, sportliche Großereignisse usw.?


Saisonale Effekte gibt es im Fondsgeschäft natürlich auch. Wenn Anleger in den Ferien sind, kommen sie kaum auf die Idee zu investieren. Aber sie haben dann womöglich mehr Zeit, beispielsweise über die finanzielle Vorsorge nachzudenken – und holen das in entsprechenden Gesprächen mit den Beratern nach und investieren, wenn sie aus den Ferien zurück sind. Wenn man die Entwicklung der Handelsaktivitäten in den vergangenen Jahren ansieht, dann haben jedoch die Marktentwicklungen an den Börsen deutlich größeren Einfluss als saisonale Abläufe. Bei positiver Stimmung und steigenden Kursen wird einfach mehr gehandelt.