Ebase-Chef zum Fondsberater-Markt im Dezember 2016 „Auch für 2017 bleibt die Unsicherheit an den Märkten erhalten“

Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung der B2B-Direktbank Ebase

Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung der B2B-Direktbank Ebase

1. Herr Geyer, welche Entwicklungen aus Ihrer Dezember-Depotanalyse haben Sie am meisten überrascht?

Rudolf Geyer: Die größte und gleichzeitig positivste Überraschung war das Wiederanziehen der Handelsaktivitäten der an ebase angeschlossenen Fondsberater. Nach einer ausgedehnten Sommerflaute, die 2016 von April bis Oktober gedauert hat, konnten wir im November und im Dezember eine überaus deutliche Belebung des Fondsgeschäfts verzeichnen. Der Indexwert lag im Dezember sogar bei 117 Punkten und damit deutlich über dem Durchschnitt des Jahres 2015, der auf 100 Punkte basiert ist.

2. Die Handelsaktivitäten der Fondsberater sind in den meisten Kategorien gestiegen. Wie interpretieren Sie diese Aktivität und was sind die Hauptgründe dafür?  

Die Zurückhaltung der Fondsanleger und mithin ihrer Berater dürfte überwiegend mit der Verunsicherung aufgrund verschiedener politischer Ereignisse zu tun gehabt haben. Ich darf nur an die unklaren wirtschaftlichen Signale aus China, den überraschenden Brexit und den langen und hart geführten Wahlkampf in den USA erinnern. Zumal just nach dem Wahltermin die Handelsaktivitäten stark angestiegen sind. Es scheint gerade so, als hätten die Berater nur auf die Wählerentscheidung in den USA gewartet, um aufgeschobene Anlagewünsche nachzuholen. Dafür spricht im Übrigen auch, dass wir eine starke Nachfrage nach US-Investments registriert haben. Die Handelsaktivitäten für US-Fonds lagen im November bei 249 und im Dezember bei 182 Punkten.

3. Außerdem haben die Berater im Dezember in Summe mehr Fondsanteile gekauft als verkauft. In welchen Kategorien haben Sie die höchsten Nettokäufe beobachtet und wo haben die Berater gegen den Gesamttrend mehrheitlich Fondsanteile veräußert?

Der Lichtblick über das ganze Jahr hinweg war, dass trotz zwischenzeitlich geringeren Handelsaktivitäten die Mittelzuflüsse überwogen haben. Dieser Trend hat sich auch im Dezember fortgesetzt, was sich an den von der ebase ebenfalls ermittelten Kaufquotienten ablesen lässt. Den höchsten Kaufquotienten wiesen erneut die Multi-Asset-Fonds mit 1,36 auf, was bedeutet, dass die Mittelzuflüsse um 36 Prozent über den Abflüssen lagen. Gefragt waren auch US-Investments mit einem Kaufquotienten von 1,30 und Europa-Fonds mit 1,19. Und dann natürlich einmal mehr die ETFs, die im Dezember auf einen Kaufquotienten von 1,72 kamen. Hier sind insbesondere ETFs auf den US-Markt zu nennen. Sie verzeichneten mit einem Quotienten von 2,22  mehr als doppelt so hohe Zuflüsse wie Abflüsse.

Weniger gefragt waren Asien-Fonds, bei denen die Anteilsrückgaben überwogen (Kaufquotient: 0,84), ebenso wie Deutschland-Investments mit einem noch schwächeren Quotienten von 0,65.