Ebase-Chef zum Fondsberater-Markt „Zahlreiche Anleger stellen ihr Portfolio jetzt defensiver auf“

Rudolf Geyer: Der Sprecher der Geschäftsführung der B2B-Direktbank European Bank for Financial Services (Ebase) erklärt die wichtigsten Bewegungen in den Kundenportfolios. | © Ebase

Rudolf Geyer: Der Sprecher der Geschäftsführung der B2B-Direktbank European Bank for Financial Services (Ebase) erklärt die wichtigsten Bewegungen in den Kundenportfolios. Foto: Ebase

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DAS INVESTMENT: Welche Trends zeichnen sich in der Depot-Analyse für Februar 2018 ab?

Rudolf Geyer: Trotz der Anfang des Jahres großen Volatilität an den Märkten und den zwischenzeitlichen Kursrückgängen ist das Interesse an Investmentfonds nach wie vor groß. Die bereits zum Ende des letzten Jahres beobachtete hohe Handelsaktivität setzt sich dabei fort. Im Februar lag die Handelsaktivität bei 121 Prozent des Vorjahresdurchschnitts. Der Fundflow-Faktor, welcher das Verhältnis zwischen Nettomittelzuflüssen und -abflüssen zeigt, ist mit einem Wert von 1,09 positiv, das heißt die Nettomittelzuflüsse liegen 9 Prozentpunkte über den Nettomittelabflüssen (Grafik 2). Damit bauen die Kunden ihre Investmentfondspositionen nach wie vor weiter aus.

Welche Anlageklassen waren besonders gefragt?

Nachdem über eine lange Zeit überwiegend Positionen in Aktienfonds aufgebaut wurden, haben die Verkäufe bei Aktienfonds im Februar leicht überwogen. Der Fundflow-Faktor, welcher das Verhältnis zwischen Nettomittelzuflüssen und -abflüssen zeigt, ist mit einem Wert von 0,92 leicht negativ. Dagegen waren Mischfonds (1,23) aber auch Rentenfonds (1,18) sehr gefragt. Das deutet darauf hin, dass zahlreiche Anleger ihr Portfolio etwas defensiver aufstellen. Durch die lange Zeit positive Entwicklung des Aktienmarktes nutzen viele Anleger sicherlich auch die Möglichkeit Gewinne mitzunehmen, sofern sie kurzfristig nicht von weiteren Kursanstiegen am Aktienmarkt ausgehen. Das Depot wird dann entsprechend umgeschichtet, die Anleger investieren in andere Anlageklassen.

Welche Anlageregionen waren bei den Kunden besonders von Interesse?

Bei Aktienfonds konnten die in Deutschland investierenden Fonds im Februar entgegen dem allgemeinen Trend weitere Nettomittelzuflüsse verzeichnen, in den anderen Regionen wurden Aktienfonds dagegen überwiegend verkauft. Gut möglich, dass einige Anleger die zwischenzeitlichen deutlichen Kursrückgänge als günstige Einstiegsmöglichkeit sehen, da sie sich speziell für den deutschen Aktienmarkt langfristig eine positive Entwicklung versprechen.

Wie war die Situation bei Renten- und Mischfonds?

Mischfonds sind nach wie vor regionenunabhängig sehr gefragt, wobei das Interesse an Fonds mit einem Schwerpunkt auf den deutschen Markt besonders groß war. Bei Rentenfonds haben die Anleger ein größeres Interesse an global und in den USA investierenden Fonds. Hier spielen sicherlich die Notenbanken und deren Zinspolitik eine Rolle. Während in anderen Ländern die Zinsen bereits wieder langsam angehoben werden, haben wir in Europa durch die EZB noch immer ein extremes Niedrigzinsumfeld.

Gibt es Unterschiede in den Nachfragetrends zwischen aktiv gemanagten Fonds und ETFs?

Sowohl der Handel mit aktiv gemanagten Fonds als auch mit ETFs war im Februar sehr vital. Dabei kam es sowohl bei ETFs als auch bei aktiv gemanagten Fonds zu Nettomittelzuflüssen. Das zeigt, dass beide Produkte, mit ihren jeweiligen Stärken, bei den Kunden nach wie vor gefragt sind.