Ebase-Chef zum Fondsberater-Markt „Zeichen für eine positive Markteinschätzung“

Rudolf Geyer: Der Sprecher der Geschäftsführung der B2B-Direktbank European Bank for Financial Services (Ebase) erklärt die wichtigsten Bewegungen in den Kundenportfolios. | © Ebase

Rudolf Geyer: Der Sprecher der Geschäftsführung der B2B-Direktbank European Bank for Financial Services (Ebase) erklärt die wichtigsten Bewegungen in den Kundenportfolios. Foto: Ebase

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DAS INVESTMENT: Welche Entwicklungen zeichnen sich in der Depot-Analyse für Januar 2018 ab?

Rudolf Geyer: Der sich bereits im vorigen Jahr abzeichnende Trend eines zunehmenden Interesses an Investmentfonds setzt sich 2018 fort. Obwohl der Handel mit Investmentfonds im letzten Jahr, durchschnittlich betrachtet, sehr dynamisch war, lag die Handelsaktivität im Januar bei 151 Prozent.

Die Ebase-Kunden sind also alles andere als abwartend in das neue Jahr gestartet. Der Fundflow-Faktor, welcher das Verhältnis zwischen Nettomittelzuflüssen und -abflüssen zeigt, ist mit einem Wert von 1,22 positiv, das heißt die Nettomittelzuflüsse liegen 22 Prozentpunkte über den Nettomittelabflüssen (Grafik 2). Die Kunden bauen ihre Investmentfondspositionen also weiter aus, was als Zeichen für eine nach wie vor positive Markteinschätzung gewertet werden kann.

Welche Assetklassen waren besonders gefragt?

Die Nachfrage nach Aktienfonds und Mischfonds ist nach wie vor ungebrochen, hier bauen die Kunden seit Monaten ihre Positionen aus. Auch zum Jahresstart 2018 waren diese beiden Fondstypen sehr gefragt. Bei Aktienfonds war das Interesse an global investierenden Fonds geringer als an solchen, die in Deutschland oder den USA anlegen. Darüber hinaus standen in Asien anlegende Aktienfonds hoch im Kurs. Bei den Mischfonds bestand dagegen regionenunabhängig großes Interesse.

Wie ist die Situation bei Rentenfonds?

Die Nachfrage nach Rentenfonds hat sich wieder stabilisiert. Im Januar konnten bei den Ebase-Kunden sogar insgesamt Nettomittelzuflüsse verbucht werden. Die Kunden zeigten dabei insbesondere an global investierenden Fonds sowie an solchen, die einen Fokus auf Deutschland haben, Interesse. Asien ist dagegen als Anlageregion, anders als bei Aktienfonds, weniger gefragt.

Wie ist die Entwicklung im Bereich der Exchange Traded Funds (ETFs)?

Die Nachfrage nach ETFs war im Januar ausgesprochen groß, die Handelsaktivität lag mit 144 Prozent über dem Durchschnitt des Vorjahres. Dabei wurden in signifikantem Ausmaß neue Gelder angelegt. Der Fundflow-Faktor lag im Januar bei 2,68. Damit wurden weit mehr als doppelt so viele ETFs gekauft wie verkauft. Hervorzuheben ist, dass das Kaufinteresse an ETFs, mit deutlich mehr Käufen als Verkäufen, seit mehr als einem Jahr ungebrochen ist.

Welche ETFs waren im Januar besonders gefragt?

Bei ETFs sind insbesondere Anlagen mit einem globalen Fokus besonders gefragt. Von den fünf im Januar am häufigsten gekauften ETFs bilden vier den MSCI World nach. Daneben war im Januar ein ETF auf den Tec-Dax sehr gefragt.