Edelmetall-Investments „Anziehender Goldpreis nur eine Frage der Zeit“

Goldbarren und Geld: Staatsanleihen mit kurzen Laufzeiten gelten als Konkurrenz zur zinslosen Geldanlage in Gold. | © Thorben Wengert / <a href='http://www.pixelio.de/' target='_blank'>pixelio.de</a>

Goldbarren und Geld: Staatsanleihen mit kurzen Laufzeiten gelten als Konkurrenz zur zinslosen Geldanlage in Gold. Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Andreas Böger, C-Quadrat

Kaum eine andere Asset-Klasse hat sich in den vergangenen 20 Jahren so gut wie Gold entwickelt. Da außerdem in verschiedensten Marktphasen positive Erträge geliefert wurden, konnte ein bestehendes Portfolio aus Aktien und Anleihen sehr gut diversifiziert werden. Performance und Diversifikationspotential der Goldanlage lassen sich auf die makroökonomischen Rahmenbedingungen zurückführen, welche sich in diesem Zeitraum nicht wesentlich verändert haben.

Hohe Schuldenniveaus führten zu zunehmenden Ausfallrisiken, ausgeprägte Zentralbankinterventionen zu niedrigen realen Zinsniveaus. Vor diesem Hintergrund haben sich immer mehr Anleger dafür entschieden, wenigstens einen Teil ihres Portfolios in Gold umzuschichten.

Konkurrenz für zinslose Anlage

Trotz dieser guten Gesamtbilanz korrigierte der Goldpreis nach seinem Höchststand im Jahr 2011 deutlich. Seit Jahren bewegt er sich weitestgehend seitwärts. Andere Anlagen wie Aktien oder Anleihen wurden bevorzugt, die Zinsniveaus der maßgeblichen amerikanischen Staatsanleihen stiegen an.

Gerade die Staatsanleihen mit kurzen Laufzeiten sind als sichere und liquide Anlage eine Konkurrenz für die zinslose Goldanlage. Bei den einjährigen Laufzeiten sind die Zinsen von knapp 0,1 Prozent auf über 2,3 Prozent angestiegen, der Leitzins der Zentralbank soll weiter Richtung 3 Prozent angehoben werden.

Gegenwind von der Zinsseite

Doch der Gegenwind von der Zinsseite könnte nahezu ausgereizt sein. Die Zinsen der längeren Laufzeiten steigen nur noch wenig an, insgesamt konvergieren die Zinsen über alle Laufzeiten auf das Niveau von 3 Prozent. Eine breit angelegte Trendwende über dieses Niveau hinaus ist aktuell nicht zu erkennen.

Solch eine Konvergenz der Zinsniveaus ist ein spät-zyklisches Phänomen – die kürzeren Laufzeiten steigen stärker an und erhöhen die Finanzierungskosten für Unternehmen, die längeren Laufzeiten diskontieren bereits potentielle Wirtschaftsschwäche in der Zukunft und bewegen sich verhaltener. Auch der Goldpreis reagiert nur noch wenig auf steigende Zinsen. Damit verhält er sich ähnlich wie die oben beschriebenen Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten und könnte potentielle Wirtschaftsschwäche bereits jetzt diskontieren.

Vor diesem Hintergrund bietet die Seitwärtsbewegung der vergangenen Jahre eine Chance für kontrazyklisch orientierte Anleger, welche interessantes Diversifikationspotential für ihr Portfolio suchen. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis ein geeignetes Umfeld wieder für anziehende Goldnotierungen sorgt. Die Goldanlage dürfte grundsätzlich so lange attraktiv bleiben, bis die bestehenden Schuldenniveaus maßgeblich abgebaut sind und eine attraktive reale Verzinsung mit produktiven Investments erwirtschaftet werden kann.

Goldminen als Beimischung

Als Beimischung sind dabei die Aktien der Goldminenunternehmen interessant, da diese in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der Gesundung ihrer Bilanzen und der Verbesserung ihrer Kostenstruktur gemacht haben. Durch die Abschwächung der Nachfrage nach Industrierohstoffen, insbesondere aus China, dürfte der Preisdruck im Minensektor generell verhalten bleiben. Sie könnten demnach überproportional von einem ansteigenden Goldpreis profitieren und bieten gerade für Aktien- und Anleiheportfolios eine optionsartige Diversifikation.