Edelmetall-Investments Goldpreis trotzt der ökonomischen Theorie

„Anleger suchen noch immer nach einer Zuflucht“, kommentiert Eily Ong, Analystin bei Bloomberg Intelligence, die aktuelle Nachfrage nach Gold. | © Michael Steinberg

„Anleger suchen noch immer nach einer Zuflucht“, kommentiert Eily Ong, Analystin bei Bloomberg Intelligence, die aktuelle Nachfrage nach Gold. Foto: Michael Steinberg

Seitdem die Federal Reserve ihre Zinsen am 14. Dezember angehoben hat, verteuerte sich Gold um rund 7 Prozent. In den zwei Monaten nach der vorherigen Straffung im Dezember 2015 kletterte der Goldpreis um 13 Prozent, und 6 Prozent waren es nach dem Zinsschritt im Juni 2006.

Teilweise lag das an rationalen Erwartungen, teils an anderen Dingen, die für Störfeuer sorgten. Diesmal gehört auch die Präsidentschaft von Donald Trump dazu. Unsicherheiten im Zusammenhang mit seiner Regierung haben die Märkte seit seiner Wahl am 8. November beherrscht.

Trendwende bei Edelmetallen

Anfänglich waren Edelmetalle noch unter Druck geraten. Anleger reagierten auf die Zusage von Trump, die Wirtschaft über Infrastrukturausgaben kräftig anzukurbeln. Das würde die Erträge von Vermögenswerten wie Aktien steigern und das Interesse an sicheren Häfen wie Gold schmälern.

Ole Hansen, Saxo Bank

Doch da Trump seine Zeit bislang auf andere Fragen ausrichtet, stoppte der Trend schnell und kehrte sich um. Die Fed-Zinserhöhung im Dezember stellte mal wieder den Zyklustiefpunkt für Gold dar, und auch die Erwartung weiterer Straffungen vermochten einen weiteren Preisanstieg nicht aufzuhalten.

„Der Markt sorgt sich vor einem Ereignis mehr als danach“, schrieb Ole Hansen, Leiter Rohstoffstrategie bei Saxo Bank, in einer E-Mail. „Sobald die Straffung vorbei war, kam ein ausgewogeneres Bild auf, und zusammen mit einem Realitäts-Check des möglichen Trump-Effekts tat das sein Übriges.“