Edelmetall-Investments „Palladium-Hausse nimmt unnatürliche Formen an“

Palladium: Das silberweiße „Übergangsmetall“ war mit einem Plus von 45 Prozent das Edelmetall mit dem stärksten Preisanstieg im vorigen Jahr. | © Degussa Goldhandel

Palladium: Das silberweiße „Übergangsmetall“ war mit einem Plus von 45 Prozent das Edelmetall mit dem stärksten Preisanstieg im vorigen Jahr. Foto: Degussa Goldhandel

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Nico Baumbach, Manager der Edelmetall-Fonds Hansagold (ISIN: DE000A0RHG75) und Hansawerte (ISIN: DE000A0RHG59) bei Hansainvest

Edelmetall-Anleger sollten nicht nur auf Gold setzen. Während viele Investoren traditionell dem Goldpreis eine große Bedeutung zumessen, spreche die Bewertung aktuell eher für Silber. Die Gold-Silber-Ratio notiert heute mit 78 im Bereich mehrjähriger Hochs. Dies zeigt, dass Silber langfristig ein größeres Potenzial bietet als Gold.

Dennoch sehe ich alle Edelmetalle positiv. Nachdem die Investment-Nachfrage insbesondere seitens der ETFs im vergangenen Jahr gering ausgefallen sei, könnte die potenziell mittelfristig steigende Volatilität auf anderen Märkten der Anlageklasse wieder Auftrieb verleihen.

Anleger werden 2018 bemerken, dass Aktien und auch Anleihen ihre positive und schwankungsarme Entwicklung der vergangenen Jahre nicht endlos fortsetzen können. An diesem Punkt werden vor allem Gold und Silber wieder verstärkt ihre Rolle als Stabilitätsanker einnehmen.

„Silber wird überproportional profitieren“

In letzter Zeit ist das Interesse vieler Anleger an Edelmetallen vergleichsweise gering gewesen. Dafür sprechen unter anderem die Investmentnachfrage nach Gold im abgelaufenen Jahr. Die jüngsten Kursbewegungen und auch die ersten Warnsignale bei anderen Anlageklassen dürfen Gold jedoch wieder in den Fokus rücken.

Im Schlepptau steigender Goldpreise wird Silber aufgrund seiner geringen Bewertung 2018 überproportional profitieren. Dieses Szenario haben wir in unserem flexiblen Edelmetall-Fonds Hansawerte entsprechend umgesetzt. Als weiteren Kurstreiber habe ich die zunehmende Sorge vieler Anleger vor Inflation identifiziert.

Zwar spielen Edelmetalle als Inflationsschutz eher langfristig und bei starken Kaufkraftverlusten eine messbare Rolle, doch haben anziehende Inflationsraten durchaus einen Effekt auf die kurzfristige Nachfrage nach Edelmetallen.

„Von Kursgewinnen nicht blenden lassen“

Auch bei Platin und Palladium nehme ich aktuell eine Abwägung vor und rate Investoren dazu, sich von den Kursgewinnen von Palladium nicht blenden zu lassen. Die Hausse bei Palladium nimmt derzeit unnatürliche Formen an.

Zwar ist es aufgrund des Schwenks in der Autoindustrie – weg vom Diesel, hin zum Benziner – fundamental begründet, dass Palladium sich besser entwickelt hat als Platin, doch stecke in der Entwicklung des Palladium-Preises eine gehörige Portion Übertreibung.

Auch wenn der jüngste Preistrend charttechnisch noch intakt ist, nehmen wir bei Palladium zunehmend Gewinne mit. Hintergrund ist die starke Überbewertung im Vergleich zu Platin. Aufgrund des klaren Aufwärtstrends bei Palladium sollten Anleger das Edelmetall zwar nicht untergewichten, doch wird eine Korrektur hier immer wahrscheinlicher.