Edmond de Rothschild Asset Management Die EU muss sich neu erfinden

Philippe Uzan, Chief Investment Officer bei Edmond de Rothschild Asset Management

Philippe Uzan, Chief Investment Officer bei Edmond de Rothschild Asset Management

Die Eurokrise hat zahlreiche Euroskeptiker auf den Plan gerufen, und ihre Kritik fiel verheerend aus. Vom unvermeidlichen Ende des europäischen Projektes war die Rede, vom Auseinanderbrechen der Währungsunion und der EU selbst. Die Union hat sich aber als stabiler erwiesen als von vielen erwartet und wirkt heute selbst wie ein Anker der Stabilität.

Der EU-Skepsis entgegnen

Tatsächlich ist die öffentliche Ablehnung der EU nicht neu. Sie hat nur zugenommen, wie der wachsende Zulauf für euroskeptische Parteien zeigt. Das hat unterschiedliche Gründe: die abstrakte Wirkung der EU-Institutionen in der öffentlichen Wahrnehmung, ihre als komplex und technokratisch geltenden Abläufe, unklare Aufgaben – vor allem seit der Vergrößerung und insbesondere der Osterweiterung von 15 auf 25 und heute 28 Mitgliedsstaaten. Zudem hat auch die geopolitische Lage und die Migrationskrise der letzten Jahre zur EU-Skepsis beigetragen.

Der Status quo ist dennoch keine dauerhafte Option. Der Austritt Großbritanniens aus der Union und der Einzug Trumps ins Weiße Haus, der die geopolitische Lage verschärft, machen es deutlich: Selten war ein Neuanfang in Europa so wichtig wie heute.

Die Europäer sind selbst gefragt

Eine Vertiefung der europäischen Integration hängt vor allem von einer deutsch-französischen Kooperation ab. Mit Emmanuel Macron könnte jetzt ein neues Zeitalter europäischer Zusammenarbeit

beginnen, denn seine Partei bekennt sich ausdrücklich zu Europa. Vor den Bundestagswahlen im September sind ambitionierte deutsch-französische Projekte zwar unwahrscheinlich. Dennoch hat Angela Merkel erkennen lassen, dass sie zu der Diskussion über eine Stärkung der Eurozone bereit ist, wenn „die Bedingungen erfüllt sind“. Damit kehrt die deutsche Kanzlerin deutlich von ihrer starren Haltung der letzten Jahre ab.

Hier finden Sie die vollständige Analyse „In The Spotlight“ von Philippe Uzan.