„Eigentor“ und „falsches Jahr!“ Abschlusskosten in der Lebensversicherung: BdV-Chef reagiert auf GDV-Kritik

BdV-Chef Axel Kleinlein

BdV-Chef Axel Kleinlein

Allein im Jahr 2015 seien von rund 7,2 Milliarden Euro, die der GDV als Abschlusskosten ausweist, „etwa 3 Milliarden Euro“ auf „intransparente Weise als zusätzliche Abschlusskosten den Kunden angelastet“ worden, erklärten kürzlich der Bund der Versicherten (BdV) und die Verbraucherzentrale Hamburg in einer Pressemitteilung. Der Versichererverband GDV sieht das anders. Die Verbraucherschützer hätten bei ihren Berechnungen vier Fehler gemacht, erklärte der Verband am Freitagmorgen (wir berichteten).

Das lässt der BdV-Chef Axel Kleinlein wiederum nicht auf sich sitzen. Kurz nach dem Erscheinen der GDV-Stellungnahme widerspricht er in seinem Blog Kleinleins Klartext den Behauptungen des GDV und nimmt zu jedem Kritikpunkt des GDV Stellung.  

GDV-Argument 1: Bei den 7,2 Milliarden handelt es sich um betriebswirtschaftlich tatsächlich angefallene Kosten und nicht die tarifierten Kosten.

BdV-Antwort: Eigentlich ein Eigentor des GDV! Denn es gibt ja aufsichtsrechtlich das so genannte „Auskömmlichkeits-Gebot“ (§138 VAG). Demnach müssen die tarifierten Kosten immer etwas höher sein, als die tatsächlichen Kosten. Es bedarf also einer Kalkulation mit Sicherheitspuffer. Konkret bedeutet das, dass die Deutschen Lebensversicherer in 2015 eigentlich sogar noch mehr an Abschlusskosten einkalkuliert haben müssten, als „nur“ die 7,2 Milliarden!

Schlussfolgerung: Mit der Argumentation des GDV lässt sich sogar begründen, dass vermutlich noch mehr als „nur“ 3 Milliarden über die Zillmerung hinaus den Kunden als Abschlusskosten angelastet wurden!