„Ein Ausdruck von Verrücktheit“ Bert Flossbach über die Negativzinsen

Bert Flossbach, Chef und Mitgründer der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch | © Jürgen Bindrim

Bert Flossbach, Chef und Mitgründer der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch Foto: Jürgen Bindrim

„Negative Zinsen sind ein Ausdruck von Verrücktheit“, schreibt Bert Flossbach, Chef und Mitgründer der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch in seinem Quartalsbericht. Denn die Strafzinsen würden eines der wichtigsten ökonomischen Postulate, nämlich den Wunsch der Menschen, ihr Geld lieber heute als morgen auszugeben, auf den Kopf stellen. Für Flossbach widerspricht das dem gesunden Menschenverstand.

„Wer spart, verliert“

„Der Staat und inzwischen auch bonitätsstarke Großkonzerne verdienen mit der Aufnahme von Schulden Geld, das Investoren ihnen leihen, um einen Teil davon zu verlieren“, schreibt der Vermögensverwalter. Anleihen im Wert von rund 15.600 Milliarden Euro rentieren derzeit unter null. Damit würden institutionelle Investoren und Privatsparer ihrer Erträge beraubt: „Wer spart, verliert“.

Doch das ist noch nicht alles. Noch verrückter als die Strafzinsen per se findet Flossbach die Tatsache, dass diese mittlerweile fast schon als normal empfunden werden. Der Vermögensverwalter verweist auf einen Medienbeitrag, in dem die negative Verzinsung fast schon als die natürliche Folge des schwachen Wirtschaftswachstums dargestellt wurde.