10 Jahre Emissionshaus Neitzel & Cie „Ein Börsengang war nie ein Thema“

Bernd Neitzel, Gründer des Emissionshauses Neitzel & Cie. | © Felix Matthies

Bernd Neitzel, Gründer des Emissionshauses Neitzel & Cie. Foto: Felix Matthies

DAS INVESTMENT.com: Wie kamen Sie darauf, ein eigenes Emissionshaus zu gründen?

Neitzel: Nach drei Jahren Tätigkeit bei Nordcapital wuchs bei mir seinerzeit die Erkenntnis, dass das Wirken in einem so großen Haus für mich nicht den letzten Reiz hat. Schon während meiner Marinezeit war die Frage: Schiff oder Boot? Auf dem Schiff gibt es mehrere Offiziere mit Spezialaufgaben, auf dem Boot muss ein Offizier alles können. Der universelle Ansatz ist eher mein Ding – und so entsprach auch ein mittelständisches Unternehmen mehr meinen Zielen.

Damit war aber das Wachstum zwangsläufig begrenzt.

Neitzel: Natürlich. Es ging mir aber auch nie darum, etwa einen Börsengang anzustreben. Ich wollte unabhängig sein. Während wir in kleinen Schritten wuchsen, zogen die bekannten Namen seinerzeit beim Umsatz an uns links und rechts vorbei. Am Ende war es ein bisschen so wie beim Marathonlauf: Es gibt Läufer, die starten zügig, andere sind dagegen vergleichsweise langsam, aber kontinuierlich unterwegs. Bei Kilometer 30 oder 35 treffen sich dann beide Gruppen wieder.

Schaut man auf Ihre Produktpalette, gilt wohl auch: Beschränkung statt Bauchladen.

Neitzel: Ja. Das eine, was man hat, kann man immer besser machen. Und für das Bestehen und Vertrauen im Kapitalmarkt ist es wichtig, da zu bleiben und die Produkte vergleichbar zu gestalten. Man kann sowieso nur ein Schnitzel am Tag essen. Und wenn man heute sieht, wie sich die Wettbewerbssituation entwickelt hat, kommt man sehr schnell darauf, dass unser Ansatz so falsch nicht sein kann. Uns geht es um Transparenz und Authenzität. Als wir damals nach dem richtigen Unternehmensnamen suchten, hatten wir zunächst Ideen wie „Mare blue“ oder andere eher abstrakte Wortfindungen. Mein enges privates Umfeld hat gesagt: Die Leute wollen mit Dir zu tun haben. Also nenn Deinen Laden doch auch so. Das fand ich gut.