„Ein Eurocrash ist unwahrscheinlich“

Peter E. Huber, Fondsmanager und Gründer von Star-Capital.

Peter E. Huber, Fondsmanager und Gründer von Star-Capital.

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Fliegt Griechenland demnächst aus der Eurozone? Steht Spanien als nächstes Euroland vor dem Staatsbankrott? Bricht die Eurozone insgesamt auseinander? Steht unser Bankensystem vor dem Kollaps? Droht uns Inflation oder Deflation? Signalisiert der Einbruch der Frühindikatoren nun auch eine bevorstehende Rezession in Deutschland und den USA? Wie rette ich mein Geld?  

Diese Fragen beschäftigen derzeit die total verunsicherten Investoren. Wir haben die Lage sorgfältig analysiert und versuchen, Ihnen eine Antwort zu geben. Dabei wollen wir uns nicht in den wachsenden Kreis der Besserwisser einreihen, die der Allgemeinheit mit immer neuen Lösungsvorschlägen auf die Nerven gehen.

Wir besitzen kein Patentrezept und auch keine Kristallkugel, mit der man in die Zukunft sehen kann. Deshalb arbeiten wir mit Wahrscheinlichkeiten und gesundem Menschenverstand. Und ohne jedes Obligo, denn vieles läuft inzwischen völlig irrational ab.  

Bricht die Eurozone auseinander?

Es gibt inzwischen eine wachsende Fraktion, die mit dieser Möglichkeit rechnet. So sind es Fluchtgelder aus Südeuropa, die derzeit die Kurse deutscher Bundesanleihen in immer neue Höhen treiben. Nach einem möglichen Auseinanderbrechen der Eurozone wollen diese Anleger in der „richtigen“ Währung positioniert sein, der „New D-Mark“. Aus demselben Grund neigt auch der Euro zur Schwäche, weil Geld in den US-Dollar verlagert wird.  

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Eurozone auseinander bricht, ist jedoch vergleichsweise gering, da es fast allen Teilnehmern wesentlich mehr Nachteile brächte als Vorteile und der politisch gewünschte, europäische Integrationsprozess zum Erliegen käme. Und selbst in dem unwahrscheinlichen Fall hätten sich wahrscheinlich viele Anleger verrechnet. So urteilen Fachleute, dass eine „New D-Mark“ sich gegenüber dem US-Dollar schnell um ca. 30% aufwerten würde.

Und auch das Ausscheiden einzelner schwacher Länder wie Griechenland aus der Währungsgemeinschaft könnte den Euro eher stärken als schwächen. Eine Flucht in den US-Dollar ist also riskant!  

Viel wahrscheinlicher ist, dass Europa durch die Krise gezwungen wird, politisch und wirtschaftlich enger zusammen zu rücken, um die Gemeinschaftswährung zu verteidigen. Wir befinden uns also auf dem Weg in eine Fiskal- und Transferunion mit einer Vergemeinschaftung der Schulden – auch über die Ausgabe von Eurobonds. Herbe Kursverluste speziell bei den Bundesanleihen aufgrund steigender Zinsen wären eine mögliche Konsequenz.