Ein größerer Schaden als 2008 Gold, Immobilien, Qualitätsaktien: Wann platzt die nächste Blase?

Ein Goldbarren: Handelt es sich bei Gold um eine Blase, die schon 6000 Jahre anhält? | © Getty Images

Ein Goldbarren: Handelt es sich bei Gold um eine Blase, die schon 6000 Jahre anhält? Foto: Getty Images

Die letzte große Spekulationsblase platzte 2008. Damals war der Grund eine Immobilienblase, die ihren Ursprung in einer niedrigen Zinspolitik der USA begründet war. Jeder US-Amerikaner sollte die Möglichkeit haben, sich ein Eigenheim zu leisten. Doch Banken und andere Spekulanten stiegen mit in den Wohnungsmarkt ein, um Häuser zu erwerben, die sie später teurer weiterverkaufen wollten. Die Rechnung ging nicht auf. Durch die Zinspolitik der FED stieg der Zins über die nächsten Jahre so weit an, dass viele ihre Häuser nicht mehr bezahlen konnten. Die Blase platzte und Spekulationen auf steigende Preise verloren sich im Nichts.

Auch jetzt ist die Zinspolitik wieder auf einem niedrigen Stand. Lag sie zu Beginn der Immobilienblase in 2003 bei etwa 1 Prozent, liegt sie jetzt noch weit darunter. Für viele ein Grund, ihr Erspartes nicht untätig auf dem Konto herumliegen zu lassen. Gewinnsteigerungen sind nur durch andere Anlageformen möglich. Sichtbar werden die vermehrten Investitionen auf dem Aktien- und Devisenmarkt durch den gestiegenen Dax. Lag er nach dem Blasen-Crash noch bei 4.000, steht er mittlerweile wieder bei über 10.000 Punkten.

Anzeichen einer Immobilien-Blase

Einige Experten warnen bereits vor dem Platzen der nächsten Blase. Der Spiegel berichtete Anfang des Jahres kritisch über die Zinspolitik von Mario Draghi, der als EZB-Präsident dafür verantwortlich ist, dass die europäische Zentralbank immer mehr Geld in die Märkte pumpt. Der negative Einlagezins für die Banken bei der EZB trägt ein weiteres dazu bei, dass diese sich vermehrt an Spekulationen am Markt beteiligen. Gedacht war der Einlagezins dazu, dass die Banken mehr Unternehmen bei ihrer Gründung unterstützen und in die Wirtschaft investieren.

Erste leise Warnungen kommen nun auch von der Bundesbank. Die Preise am Immobilienmarkt sind in einigen Ballungsgebieten übertrieben hoch. Die Gefahr einer Blasenentwicklung in diesem Segment ist demnach nicht von der Hand zu weisen.

Die Frage bleibt, welche Anlageformen dann noch sicher sind. Die niedrigen Zinsen und teilweise Negativzinsen zehren das Ersparte mit der Zeit immer mehr auf. Investitionen in Betongold führen über kurz oder lang zur nächsten Immobilienblase. Und auch der Aktien- und Devisenmarkt scheint sich auf eine Blase zuzubewegen. Selbst die Rohstoffe sind Anfang des Jahres deutlich angestiegen. Nach einem Anstieg von gut 25 Prozent in den ersten beiden Quartalen erfolgte dann allerdings ein Abstieg in die Verlustzone. Allerdings ist hier festzustellen, dass sich der Markt seit der Wahl des US-Präsidenten wieder erholt hat.

Die Nachfrage nach Rohstoffen steigt wieder

Vor allem Industriemetalle wie Kupfer und Zink sind wieder angestiegen. Insgesamt überwiegt mittlerweile die Nachfrage das vorhandene Angebot. Ebenso stellt sich für das Edelmetall Gold die Frage nach der Entwicklung. Dieses wird in Industrie und Wirtschaft selten für die Produktion verwendet. Der Wert ist nach Aussage der Ökonomen mehr an den Glauben an das Edelmetall gekoppelt, als an einen tatsächlich realen Wert. Es wird in diesem Fall von einer Blase gesprochen, die schon 6000 Jahre anhält. Demnach ist es zumindest wahrscheinlich, dass sie auch in Zukunft bestehen bleibt.

Der Wert des Goldes ist damit genauso abhängig von der jeweils aktuellen Angebots- und Nachfragesituation, wie viele andere Derivate auch. Politische Ereignisse, wirtschaftliche Krisen oder Inflationsängste beeinflussen die Nachfrage und damit den Wert. Für Investitionen sollten hier langfristige Anlagen geplant und saisonale Eigenheiten beachtet werden. So besteht durch die indische Hochzeits-Saison im Herbst im Vorfeld immer eine hohe Nachfrage an Goldschmuck. Der Preis ist daher über die Sommermonate für gewöhnlich durch diese Art der Nachfrage erhöht.

Noch wird ein weiterer Wertanstieg erwartet. Christoph Bruns, Chef der LOYS AG, die sich auf Aktienfondsmanagement spezialisiert hat, geht von einer Rohstoffrally aus. Er setzt hauptsächlich auf Erdöl und Metalle. Wann die Rally denn genau starten soll, darauf will er sich nicht festlegen lassen. Nicht zuletzt spielt auch viel Psychologie eine entscheidende Rolle beim internationalem Handel mit Rohstoffen und Devisen.