Ein Jahr nach Fukushima: Japan auf der Überholspur?

Simon Somerville von Jupiter Asset Management

Simon Somerville von Jupiter Asset Management

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Simon Somerville ist Fondsmanager des Jupiter Japan Select (WKN: A0RMWY) bei der britischen Fondsgesellschaft Jupiter Asset Management

Ein Jahr ist vergangen, seit das gewaltige Erdbeben und der verheerende Tsunami den Nordosten von Japan (Tohoku-Region) verwüsteten. Durch das Unglück wurden weite Landstriche entlang der Pazifikküste der Region zerstört.

Zudem kam es zu einer Stromknappheit, die durch Probleme im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ausgelöst wurde, und es entstanden Lieferkettenprobleme, die die Produktion weltweit beeinträchtigten. Ein Jahr später sind viele Menschen immer noch ohne zu Hause beziehungsweise Existenzgrundlage. Ihnen gilt weiterhin unser Mitgefühl.

Doppelt getroffenes Japan

Japan hat gegenüber einer derart gewaltigen Katastrophe eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit gezeigt. Trotz des Stromsparprogramms, das die Regierung während der Sommermonate auferlegte, erholte sich der Großteil der Industrien des Landes mit verblüffender Geschwindigkeit, sodass bis September die Lieferkettenprobleme weitgehend behoben waren.

Als jedoch die Industrieproduktion gerade im Begriff war sich zu normalisieren, wurde Japans Wirtschaft von einer weiteren Naturkatastrophe getroffen. Die Überschwemmungen in Thailand führten zu erheblichen Produktionsunterbrechungen, da viele japanische Unternehmen dort bedeutende Standorte unterhalten.

Japan auf der Überholspur

Dies und die anhaltende Stärke des Yen sorgten dafür, dass die japanische Wirtschaft im vierten Quartal 2011 schrumpfte, nachdem sie in den drei Monaten zuvor eine starke Erholung verzeichnet hatte.

Im Zuge der nachlassenden Beeinträchtigungen durch die Fluten in Thailand erholt sich die japanische Wirtschaft mittlerweile wieder. In den Gebieten, die direkt vom Tsunami betroffen waren, sind indessen nach wie vor erhebliche Wiederaufbauarbeiten zu leisten.

2012 wird Japan mithilfe der vier Zusatzhaushalte, die seit dem Unglück bewilligt wurden, ernsthaft mit der Arbeit beginnen. Die damit verbundenen Anstrengungen dürften das Binnenwachstum ankurbeln, sodass das Land im laufenden Jahr zu einer der wachstumsstärksten Industrienationen gehören dürfte.