Einbruch oder Spekulationsblase US-Aktien stehen nur 2 Möglichkeiten offen

Die drei größten börsennotierten Unternehmen in Europa und den USA | © Quelle: Bloomberg, Stand: 15. Dezember 2016 ∙ Illustrationen: Artco/Fotolia, opka/Fotolia, SALSEN/iStock

Die drei größten börsennotierten Unternehmen in Europa und den USA Foto: Quelle: Bloomberg, Stand: 15. Dezember 2016 ∙ Illustrationen: Artco/Fotolia, opka/Fotolia, SALSEN/iStock

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Schöner kann man die Unterschiede zwischen der Alten und der Neuen Welt nicht auf den Punkt bringen: Die drei größten börsennotierten Unternehmen der USA kommen aus den Branchen Hightech, Hightech und Hightech und heißen Apple, Alphabet und Microsoft. Die Börsenbrummer aus Europa hingegen befassen sich mit Erdöl, Essen und Bier und heißen Royal Dutch Shell, Nestlé und Anheuser-Busch Inbev (Übersicht unten). So viel zu den Details.

Quelle: Bloomberg, Stand: 15. Dezember 2016 ∙ Illustrationen: Artco/Fotolia, opka/Fotolia, SALSEN/iStock

In der Draufsicht macht derzeit den an der New Yorker Börse gehandelten Aktien so leicht keiner was vor. Sie lassen die anderen Märkte der Welt hinter sich, insbesondere die europäischen (siehe Chart unten). Das geht seit der Finanzkrise 2008 so, und die Gründe sind klar: Die USA haben die Wirtschaft schneller wieder in Gang bekommen als die Europäer. Sie haben die Banken saniert und – in gewissem Rahmen – an die Leine gelegt, der Staat konnte weiter ungeniert Schulden aufnehmen, und letztendlich half die Notenbank mit niedrigen Zinsen und hohen Anleihekäufen finanziell noch ein bisschen nach. Einen weiteren Schubs gab es durch Donald Trumps Wahlsieg und die damit verbundene Aussicht auf sinkende Steuern und höhere staatliche Ausgaben. In Europa indes zanken sich Länder, der Euro wackelt, Banken krepeln herum, Regierungen verschleppen Reformen. Kein Wunder, dass man das dem Aktienmarkt auch irgendwie ansieht.

Amerika und Europa im Vergleich

US-­amerikanische Aktien laufen derzeit deutlich besser als europäische. Allerdings ist das mit aktuell starken Unternehmenszahlen gut unterfüttert

Quelle: Bloomberg ∙ Illustrationen: lushik/iStock, pop jop/iStock, Zelimir Zarkovic/iStock, Vinod Sonin

Nun stellt sich die Frage, die sich bei jedem Trend stellt: Geht er weiter, und wenn ja, wie lange? Die Amerikaner selbst scheinen dem Frieden nicht mehr zu trauen. Zwar sind die Privatanleger noch immer mit 6,1 Billionen Dollar in US-Aktien-fonds investiert, in globalen Aktienfonds sind es nur 2,2 Billionen Dollar. Das zeigt die Statistik des Investment Company Institutes. Doch die Geldflüsse sprechen eine andere Sprache. 2016 flossen bis Ende Oktober aus heimischen Aktienfonds 181 Milliarden Dollar ab, aus globalen Aktienfonds lediglich 15 Milliarden Dollar. Seit 2006 floss in nur zwei Jahren mehr Geld in heimische Aktienfonds als in internationale.