Einigung in Sicht Kapitalregeln für Banken: Bafin-Bankenaufsicht-Chef spricht über offene Fragen

Bafin-Bankenaufsicht-Chef Raimund Röseler  | © Bafin

Bafin-Bankenaufsicht-Chef Raimund Röseler Foto: Bafin

"Wir sind zwar ein ganzes Stück näher gekommen. Offen ist nur noch die Frage der Höhe und Ausgestaltung des Output Floors. Ich glaube aber nicht, dass wir in Basel Anfang März eine Einigung erzielen", sagte Bafin-Bankenaufsicht-Chef Raimund Röseler im Gespräch mit Bloomberg News mit Blick auf das bevorstehende Treffen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht am 1. und 2. März.

Bislang liegt bei den Verhandlungen des Basler Ausschusses kein neuer Kompromissvorschlag auf dem Tisch, wie Banken daran gehindert werden können, ihre Kapitalanforderungen mittels ihrer eigenen komplexen Rechnungsmodelle zu reduzieren. Aus der Europäischen Union war zu hören, dass man erst einmal abwarten wolle, bis die Trump-Administration ihre Vertreter in den vier Institutionen, mit denen die USA in dem Ausschuss repräsentiert werden, eingesetzt hat.

Ultimatum der Deutschen Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank hatte im vergangenen Jahr den anderen Teilnehmern ein Ultimatum gesetzt und erklärt, aus den Verhandlungen auszusteigen, sollten nicht ihre Schlüsselforderungen erfüllt werden. Deutschland werde keine Einigung um jeden Preis akzeptieren, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret damals.

"Auch wenn es keine Einigung gibt: Wir können mit dem, was wir bisher in Basel erreicht haben, gut leben. Wir haben einen neuen Standardansatz und neue Markt-Risk-Regeln verabschiedet sowie für Op-Risk den AMA abgeschafft", sagte Röseler. Er glaube, dass die Zeit ab April genutzt werden wird, um doch noch eine Einigung zu erreichen.