„Elementarer Angriff auf die gesetzliche Rente“ Norbert Blüm wettert gegen Riester-Rente

Norbert Blüm bei der Gedenkzeremonie für Hans-Dietrich Genscher am 17. April 2016: Der CDU-Politiker übt herbe Kritik an der Riester-Rente. | © Getty Images

Norbert Blüm bei der Gedenkzeremonie für Hans-Dietrich Genscher am 17. April 2016: Der CDU-Politiker übt herbe Kritik an der Riester-Rente. Foto: Getty Images

Der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) hält an seiner Aussage „Die Rente ist sicher“ auch heute noch weitgehend fest. In einem Gespräch mit der Bild (kostenpflichtig) betont er, dass das deutsche Rentensystem das sicherste der Welt sei. Einen Seitenhieb in Richtung private Versicherungswirtschaft schiebt er gleich hinterher: „Sicherer jedenfalls als jede privat versicherte Rente“, so Blüm gegenüber der Zeitung.

Auch an der Riester-Rente lässt Blüm kein gutes Haar. Er halte sie für einen elementaren Angriff auf die Rentenversicherung, da durch die Riester-Rente das Niveau der gesetzlichen Rente gesenkt worden sei. Blüm: „Es fehlen der Rentenversicherung die 4 Prozent Beiträge, die für die Riesterrente in die Kassen der Privatversicherer abgezweigt wurden.“

Riester sei eine Goldquelle für Maschmeyer und Versicherungen

Schuld an dem Dilemma seien der damalige Kanzler Gerhard Schröder und „sein Freund“ Carsten Maschmeyer. „Für Maschmeyer und die Privatversicherungen war das eine Goldquelle, die ihnen Schröder geschenkt hat“, so Blüm weiter.

Blüm stört sich auch daran, dass immer mehr Zusatzleistungen aus der Rente finanziert würden. Das sollte man eher über Steuern regeln, ist der CDU-Politiker überzeugt. Auch das gesetzliche Rentenalter würde Blüm gerne abschaffen, da es „keinen vernünftigen Grund“ gebe, warum alle Bürger im gleichen Alter ihren Beruf niederlegen sollten. Dafür müsste das Rentenniveau dann aber auch so hoch sein, dass sich die Menschen auch leisten könnten mit Abschläge in den Ruhestand zu wechseln. Blüm: „Beim gegenwärtigen Rentenniveau geht das für viele nicht.“