Emerging-Markets-Anleihen: Die höchsten Zinsen, die besten Fonds

Da kickt der Präsident: US-Präsident Obama im Ballaustausch<br>mit brasilianischem Nachwuchstalent in Rio de Janeiro.<br> Unter Anlegern sind brasilianische Anleihen sehr beliebt.<br>Obamas Schuldscheine haben dagegen viel an Image<br>eingebüßt. Quelle: Getty Images

Da kickt der Präsident: US-Präsident Obama im Ballaustausch
mit brasilianischem Nachwuchstalent in Rio de Janeiro.
Unter Anlegern sind brasilianische Anleihen sehr beliebt.
Obamas Schuldscheine haben dagegen viel an Image
eingebüßt. Quelle: Getty Images

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William „Bill“ Gross hat die Reißleine gezogen. Noch im Juni 2010 hielt der Manager des mit 237 Milliarden US Dollar größten Investmentfonds der Welt, des Pimco Total Return, zu über 62 Prozent amerikanische Staatsanleihen.

Heute keine einzige mehr. Wenn eine Investorenlegende wie Gross einen derart radikalen Schnitt vollzieht, hat das Signalwirkung. Und natürlich beobachten andere Anleger genau, was der 67-jährige Amerikaner stattdessen mit den ihm anvertrauten Milliarden macht. Fast ein Viertel davon liegt derzeit noch auf diversen Konten zur Wiederanlage bereit, weitere 40 Prozent stecken in hypothekenbesicherten Anleihen und hochverzinslichen US-Unternehmensanleihen. Ein Zehntel des Fondsvermögens – also die enorme Summe von 24 Milliarden Dollar – hat Gross darüber hinaus in Anleihen aus den Schwellenländern investiert. Zweistellige Zinssätze Noch in den 90er Jahren galten die Schuldscheine aus der Dritten Welt als Papiere, die zwar hohe Zinsen, aber auch regelmäßig Kummer und Sorgen bringen. An den hohen Zinsen hat sich wenig geändert: Staatsanleihen aus Indonesien bringen derzeit 8 Prozent, Papiere aus Brasilien und Venezuela sogar 12,8 beziehungsweise 13,8 Prozent.

Das Risiko scheint jedoch komplett  anders: Weil Industriestaaten wie Deutschland oder die USA bei ihren Gläubigern derzeit mit durchschnittlich 100 Prozent ihres Bruttoinlandprodukts (BIP) in der Kreide stehen, wirken ihre mit etwas über 3 Prozent rentierenden Anleihen gefährlicher. Schließlich beträgt der am BIP gemessene Verschuldungsgrad der Schwellenländer gerade einmal 37 Prozent.

Nicht nur für Gross, auch für viele andere Anleger ist das eine klare Sache. 75 Milliarden Dollar – fast doppelt so viel wie im Vorjahr – schaufelten sie 2010 in den Markt, dessen Volumen JP Morgan auf 2,2 Billionen Dollar schätzt.

Ein großer Teil davon ist jedoch gar nicht investierbar. „Das Geld kommt aus allen möglichen Schichten, vom Kleinanleger bis zur Zentralbank“, sagt Michael Mewes, der die Rentenabteilung von JP Morgan Asset Management Deutschland leitet.