Emerging Markets: „Höchste Zeit für den Perspektivwechsel“

Nils Hemmer

Nils Hemmer

// //

DAS INVESTMENT.com: Alle Welt redet vom Potenzial der Emerging Markets, doch sind Schwellenländer-Investments beim Absatz an Privatanleger immer noch eher unterrepräsentiert. Haben Sie Hoffnung, dass sich das ändert? Nils Hemmer: Ja, aber hier ist natürlich Überzeugungsarbeit gefragt, da die Schwellenländer von vielen immer noch aufgrund der Entfernung und kulturellen Unterschiede  als schwer greifbar empfunden  werden. So kommt es, dass Vermittler sich einen Anteil an Emerging-Markets-Fonds ins eigene Portfolio legen, beim Kunden jedoch die Empfehlung scheuen. Im Retail-Bereich ist deshalb der Absatz von Schwellenländerfonds noch ein zartes Pflänzchen, das aber stark wachsen wird. Die Vorteile sprechen klar für dafür: Heutige und zukünftige Wachstumstreiber der Weltwirtschaft sind die Themen Demografie, Infrastruktur, Rohstoffe und Konsum - die fassen wir bei Fidelity unter dem Namen DIRK zusammen. Und wo ist DIRK zuhause? In erster Linie in den Schwellenländern, wo DIRK langfristig für ein stabiles Wachstum sorgen wird. DAS INVESTMENT.com: Damit meinen Sie nicht nur Brasilien, Indien und China. Hemmer: Genau. Besonders interessant ist etwa die EMEA-Region. EMEA steht für die aufstrebenden Länder Ost- und Südosteuropas, viele Staaten des Nahen Ostens und Afrikas. Anders als Asien steht diese Region erst am Beginn ihrer wirtschaftlichen Entwicklung – viele Unternehmen sind noch unentdeckt, viel Potenzial ist noch nicht realisiert. Die Mehrheit der EMEA-Länder verfügt zum Beispiel über viele junge Arbeitskräfte, die ihre Chance sehen, zu einem großen Teil am wachsenden Wohlstand teilzuhaben. Von diesem Wachstum können auch Investoren profitieren.

DER FONDS

DER FONDS aktuelle Ausgabe
Aktuelle Ausgabe

Interview: AGI-Manager über die weiteren Aussichten der Börse Bangkok

Crashtest: Die besten Fonds für globale Value-Aktien

>> kostenlos abonnieren

>> aktuelle Ausgabe (PDF)

DAS INVESTMENT.com: Wobei vor allem die Volatilität der Schwellenländer-Börsen sicherheitsorientierte Anleger abschreckt. Hemmer: Das ist zwar richtig, kann aber im Beratungsgespräch abgefedert werden. Zunächst einmal sollte beim Thema Altersvorsorge an die Renditestärke gedacht werden. Schon ein Renditeunterschied von einem Prozent pro Jahr über eine Laufzeit von 25 Jahren kann eine höhere Rente von nahezu 20 Prozent ausmachen. Deshalb spielt die Auswahl eines leistungsstarken Motors eines erfahrenen Anbieters für die finanzielle Vorsorge fürs Alter eine besondere Rolle. Und wenn Sie auf die Entwicklung der Aktienindizes in den vergangenen Jahren schauen, haben die Schwellenländer Europa und die USA bereits weit abgehängt. Emerging Markets gehören in jedes Portfolio, es ist höchste Zeit für den Perspektivwechsel. DAS INVESTMENT.com: Sie bestücken Fondspolicen mit Ihren Schwellenländer-Fonds. Gerade bei Versicherungen steht allerdings für Kunden in der Regel die Sicherheit im Vordergrund – ein ziemlicher Spagat? Hemmer: Das sehe ich nicht so. Dem besonderen Sicherheitsbedürfnis von Fondspolicen-Anlegern können Berater mit intelligenten Produkten sehr gut Rechnung tragen: Diese bieten neben einer hohen Transparenz auch Features wie Insolvenzschutz oder ein aktives Ablaufmanagement. Dabei wird zum Laufzeitende in Investments mit niedriger Volatilität umgeschichtet. Das hat sich auch längst in Produktratings niedergeschlagen. So vergeben etwa Analysegesellschaften nur dann die höchste Bewertungstufe wenn bei Fondspolicen ein entsprechendes Ablaufmanagement vorhanden ist.