Endlich geklärt Darum verlor der Nordea Stable Return sein Spitzen-Rating

Asbjørn Trolle Hansen, Manager des Nordea Stable Return | © Nordea AM

Asbjørn Trolle Hansen, Manager des Nordea Stable Return Foto: Nordea AM

„Nordea 1 Stable Return verliert Spitzenrating“, titelt die Berliner Rating-Agentur Scope in ihrem Wochen-Newsletter. Und tatsächlich ging es für Nordeas Aushängeschild, das auch zu unseren Fondsklassikern gehört, nach drei Jahren mit der Spitzennote A nun hinab auf B. „B“ wie „Beinbruch“? Wir haben nachgefragt.

„Der Grund für das in diesem Monat erfolgte Downgrade ist ein Rückgang der Performance-Bewertung“, antwortet der Leiter der Fondsanalyse, Said Yakhloufi, auf Anfrage. Hintergrund ist der, dass der Fonds bisher vor allem wegen seiner starken Wertentwicklung das „A“ erhielt. Yakhloufi: „Die Risikobewertung war unter anderem aufgrund der relativen hohen Volatilität jedoch im C-Bereich.“

Dazu muss man erklären, dass die Wertentwicklung zu 70 Prozent ins Scope-Rating einfließt, der Rest kommt aus den Risikokennzahlen. Und was jetzt nach reichlich Krawall klingt, lässt sich schnell relativieren. Denn der Nordea-Fonds schwankte in den vergangenen drei Jahren mit gerade mal 3,9 Prozent. Zum Vergleich: In der Morningstar-Vergleichsgruppe „Euro-Mischfonds ausgewogen global“ liegt die Volatilität mit 5,7 Prozent im selben Zeitraum um fast 50 Prozent höher. „Der Fonds hat eine Ziel-Volatilität von 4 bis 7 Prozent“, heißt es dazu auf Anfrage von Nordea. Da blieb er bislang souverän drunter.

Aber warum gab es denn nun Punktabzüge in der Performance-Note? Um es ganz einfach auszudrücken: Der Fonds litt unter seinem vorsichtigen Ansatz, der in der jüngeren Vergangenheit mit ihren Super-Technologiewerten und Goldlöckchen-Szenarien nicht sonderlich gefragt war. „Im August 2016 setzte im Markt eine Branchenrotation ein, die defensive Anlagen generell und damit auch den Fonds in Mitleidenschaft zog“, heißt es dazu vom Unternehmen. Und weiter: „Unser defensiver Ansatz und die vorsichtige Aufstellung führten dazu, dass der Fonds 2017 hinter offensiveren Konkurrenten zurücklag, als das starke Wirtschaftswachstum das Anlegerinteresse auf zyklische Werte lenkte.“

Und noch etwas ließ den Fonds im Vergleich zur Konkurrenz zurückfallen. Fondsanalyst Said Yakhloufi: „Laut Nordea wurde die Performance im letzten Monat negativ durch die Cross-Assets-Anti-Beta-Strategie beeinflusst.“ Was sich hinter diesem Wortmonstrum verbirgt, erklärt wiederum die Fondsgesellschaft. Das Management versucht nämlich fortlaufend, die Aktienkurs-Schwankungen über hochwertige Staatsanleihen und Währungen der G10-Länder abzufedern. Dafür nutzt es das klassische Börsenphänomen, dass Staatsanleihen bei wackeligen Aktienmärkten ein beliebter Fluchtort für ängstliche Anleger sind.

Das funktionierte aber im heißen Februar 2018 nicht, weil Staatsanleihen und Aktien gleichermaßen Probleme bekamen. Die gesunkenen Kurse und gestiegenen Renditen der Anleihen gelten sogar als Auslöser des Mini-Crashs.

So viel also zur Vergangenheit. Allerdings bemerken die Nordea-Leute auch, dass der Fonds seit Kurzem wieder besser läuft: „Eine neue Branchen- und Stilrotation und mehr Sorgen um das globale Wachstum begünstigen nun wieder defensive Werte gegenüber zyklischen.“

Das ist im Chart im Ansatz schon zu sehen (in den jüngsten Wochen). Sollte das so weitergehen, gibt's vielleicht bald wieder ein A.