Entwicklungsländer – ein Geheimtipp unter Investoren

Mark Mobius, Chef der Templeton Emerging Markets Group von Franklin Templeton

Mark Mobius, Chef der Templeton Emerging Markets Group von Franklin Templeton

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In der ersten Juliwoche lagen Befürchtungen, die amerikanische Federal Reserve könnte ihr Anreizprogramm zurückfahren, in der Luft. Sie waren es auch, die am 8. Juli die führenden Emerging Markets Aktien auf ein Monatstief drückten. Aber ebenso beeinträchtigten schwächere Wachstumsdaten aus China sowie Sorgen wegen einer Liquiditätskrise im Bankensystem des Landes die Performance der Schwellenmärkte.
China blieb im ersten Halbjahr 2013 mit einem BIP-Wachstum von 7,6 Prozent im Jahresvergleich trotzdem eine der am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaften der Welt. Und Zusicherungen des Fed-Vorsitzenden Ben Bernanke, die lockere Geldpolitik werde in absehbarer Zeit weiter fortgesetzt, wie auch die Erklärung des chinesischen Premiers Li Keqiang, wonach 7,0 Prozent der absolute „Tiefststand“ des BIP-Wachstums für China sei, unterstützten den Markt und leiteten eine globale Erholung der Aktienkurse ein.

Die Rendite des MSCI Emerging Markets Index in US-Dollar erreichte daraufhin im Juli 1,1 Prozent. Die Frontier Markets übertrafen neuerlich die Emerging Markets und der MSCI Frontier Markets Index verzeichnete eine Rendite von 5,2 Prozent in US-Dollar. Die Mittelabflüsse aus den Emerging Markets gingen von 22 Milliarden US-Dollar im Juni auf rund 1 Milliarde US-Dollar im Juli signifikant zurück. Aktuelles aus den Regionen

Asien

Die Wirtschaft Chinas verzeichnete im zweiten Quartal 2013 ein Wachstum von 7,5 Prozent im Jahresvergleich und entsprach damit dem von der Regierung ausgerufenen Ziel. Im Vergleich dazu war das BIP im ersten Quartal um 7,7 Prozent im Jahresvergleich gestiegen, was – ebenfalls im Jahresvergleich – ein Halbjahreswachstum von 7,6 Prozent ergibt. Die Einzelhandelsumsätze konnten in den ersten sechs Monaten des Jahres um 12,7 Prozent zulegen, während die Industrieproduktion um 8,9 Prozent stieg.

Anhaltende Infrastrukturinvestitionen während des ersten Halbjahres brachten eine Steigerung von 20,1 Prozent im Jahresvergleich. Der Inflationsdruck erhöhte sich im Juni, wobei der Verbraucherpreisindex im Jahresvergleich von 2,1 Prozent im Mai auf 2,7 Prozent anstieg.

Im Zuge ihrer Bemühungen um eine Liberalisierung der Zinssätze in China schaffte die People’s Bank of China die von ihr selbst vorgeschriebene Untergrenze für Geschäftsbankkredite wieder ab. Mit diesem Schritt hofft die Bank die Finanzierungskosten für die Unternehmen zu senken und die Kapitalbildung zu fördern.

China und die Schweiz unterzeichneten im Juli ein Freihandelsabkommen zur Ankurbelung des Handels zwischen den beiden Ländern. Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan und der chinesische Präsident Xi Jinping trafen einander in China zu Gesprächen, in denen die beiden Politiker übereinkamen, die bilateralen Beziehungen stärken und die Kooperation in Bereichen wie Infrastruktur, Handel, Investitionen und Energie fördern zu wollen.

Das BIP-Wachstum Südkoreas stieg im zweiten Quartal 2013 laut vorläufigen Daten um 2,3 Prozent im Jahresvergleich, während es in den ersten drei Monaten 2013 nur 1,5 Prozent betragen hatte. Noch nie war die Wirtschaft in einem Jahr so schnell gewachsen. Unterstützt wurde sie dabei durch vermehrte staatliche Investitionen im Zuge eines haushaltspolitischen Stimulusprogramms, das während des Quartals umgesetzt wurde, sowie durch die Erholung der Verbraucherausgaben.

Der private Konsum stieg im zweiten Quartal um 1,7 Prozent im Jahresvergleich, während der öffentliche Konsum um 3,9 Prozent und die Sachvermögensbildung um 2,7 Prozent brutto zulegte. Die Zentralbank rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent für 2013 und von 4,0 Prozent für 2014.

Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta traf mit dem Sprecher der Nationalversammlung der Republik Südkorea, Kang Chang-Hee, in Nairobi zusammen. Chang-Hee erklärte aus diesem Anlass, beide Länder würden ihre Zusammenarbeit verstärken und Bereiche wie Investitionen, Tourismus und Handel gemeinsam vorantreiben.

Die Reserve Bank of India senkte ihre BIP-Wachstumsprognose für das Haushaltsjahr 2013/4 auf 5,5 Prozent im Jahresvergleich. Zuvor hatte sie 5,7 Prozent prognostiziert. Die nachlassenden Industrieaktivitäten, die Schwäche des globalen Wirtschaftsumfeldes, eine relativ hohe Inflation und hohe Zinssätze sowie die abwertende Rupie könnten für diese Abwärtskorrektur verantwortlich sein.

Die Reserve Bank beließ ihren Leitzins nach drei Zinssenkungsrunden zu Beginn des Jahres, die hauptsächlich auf die anhaltende Schwäche der heimischen Währung, der Rupie, und auf Ängste rund um das Haushaltsdefizit zurückzuführen waren, im Juli unverändert bei 7,25 Prozent. Trotz der Bemühungen der Zentralbank in diesem Monat, die Rupie zu stützen, bewegte sich die indische Währung Ende Juli nahe an ihrem Rekordtief gegenüber dem US-Dollar.

Im Juni stieg der Inflationsdruck, wobei der Verbraucherpreisindex von 9,3 Prozent im Mai auf 9,9 Prozent im Juni kletterte, während der Großhandelspreisindex von 4,7 Prozent auf 4,9 Prozent zulegte (jeweils im Jahresvergleich).