Erneuerbare Energien "2020 liegt der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung bei mindestens 25 Prozent"

Bernd Neitzel, geschäftsführender Gesellschafter von Neitzel & Cie.: „Wir verantworten und managen die kaufmännische Seite unserer Anlagen komplett selbst“.

Bernd Neitzel, geschäftsführender Gesellschafter von Neitzel & Cie.: „Wir verantworten und managen die kaufmännische Seite unserer Anlagen komplett selbst“.

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DAS INVESTMENT.com: Der Markt für geschlossene Fonds ist seit einiger Zeit reguliert, für sogenannte Alternative Investment Fonds gelten jetzt eine ganze Reihe von Auflagen. Warum bieten Sie Ihr aktuelles Produkt „Zukunftsenergie Deutschland 4“ als Vermögensanlage und nicht als AIF an?

Bernd Neitzel: Wir sind grüne Asset Manager. Mit unseren Photovoltaik-Anlagen produzieren wir Strom und verkaufen diesen über das EEG oder direkt. Wir verantworten und managen die kaufmännische Seite unserer Anlagen komplett selbst. Und die technischen Betriebsführer begleiten wir so eng, als wären sie ebenfalls im eigenen Haus. Da ist es naheliegend, sich auch als „operativ tätiges Unternehmen“ einordnen zu lassen. Hinzu kommt, dass ein AIF durch die Regulierung so viel Aufwand mit sich bringt, dass er sich für ein kleines Team nicht unbedingt rechnet. Ich will aber für künftige Produkte nicht ausschließen, dass wir uns auch aus vertrieblichen Aspekten für die Auflage eines AIF entscheiden.

Neitzel & Cie. war in der Anfangszeit mit Schiffsfonds aktiv, seit 2010 konzentrieren Sie sich auf den Energiebereich. Wie kam es dazu?

Neitzel: Als uns 2008 ein namhafter Wirtschaftsprüfer ansprach, ob wir nicht auch Kapitalanlagen im Bereich der Erneuerbaren Energien auflegen wollten, hat uns diese Anlageklasse schnell überzeugt. Kaum eine andere bietet diese Planbarkeit und Einnahmesicherheit durch die staatliche Förderung. Mit der 8.2 Ingenieurpartnerschaft Obst & Ziehmann und der Ensibo GmbH hatten wir zudem frühzeitig Partner an der Seite, die tief im Markt verwurzelt sind. Wir haben dann sehr schnell auch entsprechendes Know How im eigenen Haus aufgebaut. Übrigens sind wir auch in beratender Funktion für Dritte, etwa Vermögensverwalter und Family Offices, tätig.

Was spricht für Kraft-Wärme-Kopplung  beziehungsweise Blockheizkraftwerke? Letztere zählen ja in der Regel nicht zu den Erneuerbaren Energien.


Neitzel: Bis 2020 soll der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung am nationalen Energiemix auf mindestens 25 Prozent gesteigert werden, daher fördert der Staat entsprechende Anlagen über das EEG und das Kraft-Wärme-Gesetz. Und sofern nachwachsende Rohstoffe wie Holz oder Biogas eingesetzt werden, zählen Blockheizkraftwerke sehr wohl zu den Erneuerbaren Energien. Durch die gleichzeitige Produktion von Strom und Wärme erreichen sie Wirkungsgrade von über 90 Prozent. Photovoltaik und Blockheizkraftwerke ergänzen sich bestens: Solarparks erzielen planbare Erträge durch die staatlich langfristig garantierte Einspeisevergütung. Blockheizkraftwerke amortisieren sich schnell und bieten dabei ebenfalls eine hohe Einnahmesicherheit durch langfristige Abnahmeverträge mit öffentlichen Trägern oder Industrieunternehmen.