Erneuerbare Energien: „Wir beweisen, dass Geothermie-Fonds funktionieren können“

Christoph Deneke

Christoph Deneke

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DAS INVESTMENT.com: Neue Emissionshäuser wollten in den vergangenen Monaten vorrangig mit Solarfonds punkten. Warum wählen Sie Erdwärme?

Christoph Deneke: Wir halten Geothermie für eine der wenigen echten und grundlastfähigen „grünen“ Alternativen zum Atomstrom. Es handelt sich dabei um ein altbewährtes Prinzip mit einer neuen, optimierten Technik. In über 3.000 Metern Tiefe herrschen an einigen Stellen im Süden Deutschlands im Schnitt 160 Grad Celsius: Den aus dieser Wärme gewonnenen Strom können wir ins Netz einspeisen, dafür gewährt das Erneuerbare-Energien-Gesetz für 20 Jahre rund 16 Cent pro Kilowattstunde. Hinzu kommen 4 Cent als Frühstarterbonus für Kraftwerke, die vor dem 1. Januar 2016 ans Netz gehen. Ebenfalls gibt es für die Wärmeauskopplung einen weiteren Bonus von 3 Cent.

DAS INVESTMENT.com: Nun haben aber Geothermie-Fonds im KG-Beteiligungsmarkt eine etwas problematische Geschichte. Das Emissionshaus Green Energy, das auf Erwärme gesetzt hat, wird gerade abgewickelt.

Deneke: Die Probleme bei Green Energy waren durch die handelnden Personen, die Struktur der angebotenen Beteiligungen und fehlende externe Kontrolle bedingt. Es waren falsche Berechnungen und Annahmen im Spiel. Das ist sicherlich alles sehr unschön für die Anleger, schmälert das Potenzial der Geothermie nicht. Wenn ein Erdwärme-Kraftwerk richtig konzipiert ist, kann man viele Risiken nahezu ausschließen.

DAS INVESTMENT.com:
Aber es fallen einem noch die Häuser König & Cie. und Sachsenfonds ein, die auch mit Geothermie-Fonds in den vergangenen Jahren nicht so richtig auf Betriebstemperatur kamen.

Deneke: Da müssen wir ebenfalls differenzieren. König & Cie. hat seinerzeit nach heißem Wasser gebohrt und Öl gefunden, darum gab es ein anderes Nutzungskonzept als den ursprünglich geplanten Fonds. Sachsenfonds wiederum hat in einem Konsortium mit Renerco und Hochtief die Bohrungen über Eigenkapital finanziert und dabei den Kostenrahmen stark überstrapaziert. Darum kam das Projekt nicht voran. Das kann uns nicht passieren, weil unser Fonds erst nach erfolgter und erfolgreicher Bohrung einsteigt.

DAS INVESTMENT.com: Wofür der Partner und Generalunternehmer Hotrock gerade steht, da Ihr Emissionshaus ein Newcomer bei der Emission von Geothermie-Fonds ist.

Deneke: Genau. Die Hotrock Gruppe hat eine mehr als zehnjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Stromerzeugung aus Erdwärme und bringt rund 20 Prozent des Emissionskapitals ein. Das Unternehmen hält Bergbaukonzessionen zur Errichtung von bis zu 30 Geothermie-Kraftwerke im mittleren Oberrheingraben, einer geothermischen Kernregion Europas.