ETF-Investments Bietet Kupfer besseren Inflationsschutz als Gold?

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Kupferspulen Foto: sprisi / pixelio.de

Wenn es um Inflation geht - die den Wert eines Portfolios aushöhlen kann, wenn die Anlageerträge nicht mit der Preisentwicklung Schritt halten - haben in den letzten 25 Jahre alle, die Gold zur Absicherung gekauft haben, ein besseres Geschäft verpasst: Kupfer. Daten zeigen zwar, dass bei breiten Rohstoffindizes in Zeiten steigender Preise in den USA noch mehr zu gewinnen ist, doch das rote Metall sticht hervor.

Jeder Anstieg beim Verbraucherpreisindex um ein Prozent auf Jahresbasis ist seit 1992 von einem Sprung bei Kupfer um fast 18 Prozent begleitet worden. Das ist mehr als das Dreifache der 5,2 Prozent, die bei Gold verzeichnet wurden, ergab eine von Bloomberg erstellte Korrelationsanalyse der gesamten Erträge von Rohstoffindizes. Nur ein breiterer Index aus Energierohstoffen, der Öl und Erdgas beinhaltet, schnitt besser ab als Kupfer.

„Geringe Reaktionsempfindlichkeit“

Kupfer reagiere „empfindlicher auf Inflation und Dollar, was auf seine Einsatzmöglichkeiten und sein Wachstum mit der Wirtschaft zurückzuführen ist“, sagt Jodie Gunzberg, globale Leiterin Rohstoffe und Sachwerte bei S&P Dow Jones Indices in einem Interview mit Bloomberg. „Anleger fühlen sich mit Gold wohler. Wenn man es durchrechnet, hat Gold eine relativ geringe Reaktionsempfindlichkeit.“

Die Korrelation von einem Rohstoff mit steigenden Verbraucher preisen kann volatil sein. So fiel der Kupferpreis 2011, obgleich sich die Inflation beschleunigte. Doch im Laufe der Zeit zeigen sich Muster einer Beziehung, die den Rohstoff zu einer guten Wette macht, wenn die Teuerung anzieht, erklärt Mike McGlone, Analyst bei Bloomberg Intelligence in New York.

„Metall mit Doktortitel in VWL“

„Der traditionelle Grund, Rohstoffe zu halten, ist wegen der Inflation“, sagt McGlone in einem Telefoninterview. Denn wenn die Wirtschaft an Fahrt aufnimmt, steigt die Nachfrage nach allem Möglichen - von Autos und Häusern bis zu Geräten und Reisen.

Analysten bezeichnen Kupfer als „das Metall mit einem Doktortitel in Volkswirtschaftslehre“, weil es ein zuverlässiges Stimmungsbarometer ist. Schließlich sorge eine höhere Aktivität in der Bauwirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe dafür, dass der Absatz von Drähten und Rohren zunimmt. Die Inflation ist seit der Finanz krise vor fast einem Jahrzehnt relativ niedrig geblieben, doch es gibt Anzeichen, dass der Preisauftrieb langsam zunehmen könnte.

Die Vorsitzende der US-Notenbank, Janet Yellen, sagte in diesem Monat weitere Zinserhöhungen zu, damit die Wirtschaft nicht überhitzt. Am Dienstag in London bekräftigte Yellen, dass die Federal Reserve der Preisstabilität verpflichtet sei und ein Inflationsziel von 2 Prozent anstrebe.