ETF-Trends Schwellenländer- und Europatitel im Fokus von Investoren

Straßenszene in Pingyao, China: Schwellenländer-ETFs fließt seit Jahresbeginn viel Kapital zu | © Pixabay

Straßenszene in Pingyao, China: Schwellenländer-ETFs fließt seit Jahresbeginn viel Kapital zu Foto: Pixabay

Wer die aktuelle Gemütslage an den Finanzmärkten erspüren will, sollte die Mittelzuflüsse in ETFs verfolgen. Im Monat Mai gab es auf der Aktienseite einen Gewinner, den viele Investoren gar nicht auf der Agenda hatten.

Konzentration auf Brexit und Geldpolitik

In Europa konzentriert sich die Finanzwelt eben auf Verwicklungen in der Politik, den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU), das transatlantische Verhältnis mit US-Präsident Donald Trump und den Kurs der Notenbanken.

Schwellenländeraktien-ETFs fließt bereits seit Jahresbeginn viel Kapital zu. Gerade bei ETFs mit Domizil Europa sind die Nettozuflüsse bereits fünf Monate in Folge positiv. Das gab es seit Januar 2013 nicht mehr. Die Schockstarre nach den Protektionismus-Drohungen aus dem Trump-Wahlkampf ist scheinbar einem nüchternen Blick auf die Fundamentaldaten gewichen – und die haben sich verbessert.

Schwellenländer-ETFs haben einen Lauf

Quelle: Bloomberg vom 31. Mai 2017. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung und bietet keine Garantie für einen Erfolg in der Zukunft.

Schwellenländer sind natürlich nicht die einzigen Gewinner. Wenig verwunderlich angesichts der guten Konjunkturdaten und einem „beruhigenden“ Ausgang bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich: Europäische Aktien waren im Mai gefragt wie seit 2015 nicht mehr. Mehr als 3 Milliarden US-Dollar flossen allein in europäische Aktien-ETFs, die in Europa aufgelegt sind.

Europäische Aktien stehen aber auch auf anderen Kontinenten in der Anlegergunst. In den USA aufgelegten ETFs mit Anlageschwerpunkt europäische Aktien flossen im Mai ganze 5,4 Milliarden US-Dollar zu. Auch amerikanische Anleger setzen also auf Europa.

Klar ist übrigens auch: Anleger sind auf Schnäppchenjagd – bei offenbar abnehmender Angst vor Kursschwankungen. Denn über die letzten zwölf Monate konnte man bei ETFs aus Europa eine Rotation aus Low Volatility-Anlagen in Value-Assets beobachten. Seit Oktober 2016 sind allein in europäische Smart-Beta-Produkte mit Value-Schwerpunkt rund 3,8 Milliarden US-Dollar geflossen.

Bei Gold zeigte sich im Mai auf beiden Seiten des Atlantiks ein unterschiedliches Bild. Bei europäischen Anlegern waren börsengehandelte Gold-Produkte noch gefragt. In den USA zogen Anleger hingegen weiter Kapital ab – inzwischen im fünften Monat in Folge. Es ist also einiges in Bewegung.