ETFs Diese 4 Fakten sollten Investoren kennen

Börse in New York: Sowohl in den USA als auch in Europa fließen Anleihe-ETFs schneller Anlagegelder zu als Aktien-ETFs. | © Getty Images

Börse in New York: Sowohl in den USA als auch in Europa fließen Anleihe-ETFs schneller Anlagegelder zu als Aktien-ETFs. Foto: Getty Images

Der Markt für Exchange Traded Funds (ETFs) ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Während zu Beginn der 2000er Jahre weltweit nur 100 Milliarden US-Dollar in ETFs verwaltet wurden, sind es heute 4,7 Billionen US-Dollar. In den Jahren 2009 bis 2017 wuchs das Anlagesegment auf Jahresbasis um satte 19 Prozent.

Immer mehr Investoren erkennen, dass ETFs vielfältige Engagements zu niedrigen Kosten bieten und sich kontinuierlich den Trends der Kapitalmärkte anpassen. Experten von iShares beobachten im Wesentlichen vier Trends an den ETF-Märkten:

ETF-Investoren sind aktiv, obwohl sie passiv investieren

Seit es ETFs gibt, wägen Investment-Spezialisten die Vorteile passiver gegenüber aktiver Anlageprodukte ab. Im Nachgang der Finanzkrise 2008 verschärfte sich die Diskussion, oft wurde das Wachstum des ETF-Marktes allein auf die starke Performance im Vergleich zu aktiv gemanagten Anlagen zurückgeführt. Diese Sichtweise impliziert, dass ETF-Anleger keine aktiven Entscheidungen treffen.

Wir von BlackRock halten die Diskussion für unnötig. Investitionsentscheidungen sind immer aktiv. Auch ETF-Investoren erstellen ein Portfolio und entscheiden sich bewusst für bestimmte Produkte und Regionen. ETFs eignen sich als Diversifizierungsinstrument, da sie kostengünstig, liquide und transparent sind.

Anleger achten verstärkt auf Fondskosten

Aktive Fondsmanager verlangen teilweise als Ausgleich für die aufwendige Wertpapierauswahl renditefressende Gebühren – zum Nachteil der Anleger. Die Finanzkrise im Jahr 2008 veranlasste viele Investoren dazu, ihre Strategie zu überdenken und verstärkt auf Kosten zu achten. Der Rating-Agentur Morningstar zufolge flossen in den USA zwischen den Jahren 2009 und 2017 rund 930 Milliarden US-Dollar aus kostenintensiven aktiven Fonds ab, während ETFs 848 Milliarden US-Dollar hinzugewannen. Diese Rotation zeigt, dass sowohl selbstverwaltete Kleinanleger als auch Finanzberater und Institutionen nicht mehr bereit sind, hohe Gebühren für Anlageprodukte zu zahlen, die den Markt – wenn überhaupt – nur knapp schlagen.

Vergütungsstrukturen in der Finanzbranche ändern sich

In den USA bemühen sich unabhängige Finanzberater schon lange um Transparenz und Kundennähe. Die Gebührenstruktur unterliegt dort einem ständigen Wandel. Davon profitiert in erster Linie die ETF-Branche. Investoren zahlen statt Provisionen für den Wertpapierhandel zunehmend eine Gebühr auf das investierte Gesamtvermögen. Um wirtschaftlich zu arbeiten, geben viele Finanzberater deshalb günstigen ETFs den Vorzug vor aktiven Fonds.

Immer mehr Anleiheinvestoren bevorzugen ETFs

Lange dominierten Aktienprodukte den ETF-Markt. Dank zahlreicher neuer Produkte haben Renten-ETFs aber inzwischen deutlich aufgeholt. Die Fondsart bietet zunehmend Lösungen für unkomplizierte Investments. Durch die Anlage in breite Indexprodukte fällt die Analyse einzelner Wertpapiere weg.  Sowohl in den USA als auch in Europa fließen Anleihe-ETFs in schnellerem Tempo Kundengelder zu als Aktien-ETFs. In den vergangenen fünf Jahren wuchs der Markt für Anleihe-ETFs in den USA um 19 Prozent, in Europa um 24 Prozent. Aktien-ETFs verzeichneten lediglich ein Plus von 16 Prozent in den USA und 14 Prozent in Europa.  

Der Artikel beruht auf Inhalten von BlackRock.