ETFs, Zinswende & Co. 4 Risiken für deutsche Vermögensverwalter

Online-Konkurrenz für traditionelle Vermögensverwalter: Laut McKinsey-Forschern eine unterschätzte Gefahr. Foto: I-vista/ Pixelio.de

Online-Konkurrenz für traditionelle Vermögensverwalter: Laut McKinsey-Forschern eine unterschätzte Gefahr. Foto: I-vista/ Pixelio.de

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Die Gewinn-Margen deutscher Vermögensverwalter sind im vergangenen Jahr geschrumpft. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey hervor. Konnten die Fondsgesellschaften im Jahr 2013 im Schnitt noch 19,6 Basispunkte - also 0,196 Prozent des verwalteten Vermögens - als Gewinn verbuchen, waren es 2014 nur 18,1 Basispunkte, also 0,181 Prozent. Besonders starke Einbrüche verzeichneten dabei Publikumsfonds. Im institutionellen Bereich konnten Fondsanbieter Kosten senken und damit trotz sinkender Umsätze ihre Margen leicht steigern (siehe Grafik). 

An sich wären die paar Basispunkte weniger ja nicht die Rede wert. Doch diese Einbrüche sind erst der Anfang, meinen die McKinsey-Forscher. Denn sie sehen vier Risiken für deutsche Vermögensverwalter.

Konkurrenz durch kostengünstigere ETFs

Zum einen nennt McKinsey den Kostendruck auf die Management-Gebühren sowohl bei Publikumsfonds als auch bei Produkten, die für institutionelle Investoren konzipiert sind. Grund dürfte vor allem die steigende Zahl von ETFs und anderer passiv gemanagter Produkte sein, die kostengünstiger sind als aktive Fonds.

Zinswende: Die Ära des billigen Geldes bald zu Ende

Eine weitere Gefahr für deutsche Vermögensverwalter geht vom Risiko steigender Zinsen aus. Die derzeit extrem niedrigen Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) bieten Aktienmärkten eine einmalige Chance, erklärt McKinsey (siehe Grafik). Doch das werde nicht immer so bleiben. Die Ära des billigen Geldes sei bald zu Ende, sind die Forscher überzeugt. Der Markt gehe bereits davon aus, dass die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen demnächst anheben würde. Und sollten die Zinsen um gerade einmal einen Prozent steigen, würden die Gewinne der Fondsbranche um 16 Prozent einbrechen, rechnen die McKinsey-Experten vor.