Ethna Aktiv-Manager: „Nachranganleihen sind weniger volatil als Gold“

Bei Nadelsteifen-Anzügen sind sie sich einig, bei <br> Hybrid-Anleihen nicht:  Research-Chef von Argentos Maximilian  <br> Sayn-Wittgenstein und Ethna-Portfoliomanager <br> Guido Barthels (v. li.)

Bei Nadelsteifen-Anzügen sind sie sich einig, bei
Hybrid-Anleihen nicht: Research-Chef von Argentos Maximilian
Sayn-Wittgenstein und Ethna-Portfoliomanager
Guido Barthels (v. li.)

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Bei den meisten Maklerpools und Banken, die DAS INVESTMENT.com jeden Monat ihre Topseller-Listen zur Verfügung stellen, zählt der Mischfonds Ethna Aktiv E (WKN: 764930) zu den größten Verkaufsschlagern. Argentos ist keine Ausnahme: In der März-Liste des Maklerpools beispielsweise schaffte es der von Luca Pesarini und seinem Team verwaltete Mischfonds auf Platz drei.

Analysten wie Maximilian Sayn-Wittgenstein, Research-Leiter bei Argentos, schätzen an dem Fonds vor allem seine stabile historische Wertentwicklung und das schnelle Reaktionsvermögen des Managements. So konnten Anleger, die ihre Fondsanteile seit der Auflegung im Februar 2002 halten, ihr Vermögen mehr als verdoppeln.

Krisenfest war der Ethna Aktiv E auch: Im Krisenjahr 2008 verlor der Fonds nur 3,9 Prozent, im Jahr 2009 legte er 14,5 Prozent zu, 2010 waren es 9,9 Prozent. Darüber hinaus hat das Management laut Sayn-Wittgenstein im März sehr schnell auf die Ereignisse in Japan reagiert und den Aktienanteil zu Gunsten der Liquidität von 25 Prozent auf 17 Prozent reduziert. Damit kostete die Japan-Krise den Fonds lediglich 1,5 Prozent Rendite.

Hybrid-Anleihen machen 40 Prozent des Rentenportfolios aus

Doch mittlerweile zweifelt der Argentos-Analyst zunehmend, ob sich die Erfolgsgeschichte weiter fortsetzen wird. Dabei machen ihm vor allem die Hybrid-Anleihen zu schaffen, die derzeit 40 Prozent des Rentenportfolios ausmachen. Das Rentenportfolio macht seinerseits mit 68 Prozent den größten Teil des Gesamtportfolios aus.

Hybrid-Anleihen, die je nach Strukturierung zu 25 Prozent bis 75 Prozent als Eigenkapital anerkannt werden, sind aktienähnlich. Das Laufzeitende der Anleihen kann unendlich verschoben werden. Des Weiteren können Zinszahlungen ausgesetzt oder verschoben werden, ohne dass der Anleihenbesitzer das Recht hat, die Firma in die Liquidation zu zwingen. Da der Rang der Inhaber von Hybrid-Anleihen im Falle einer Liquidation stark untergeordnet ist und beinahe dem der Aktionäre entspricht, werden diese Papiere auch als Nachranganleihen bezeichnet.

„Nachranganleihen von Finanzinstituten sind risikoreich“


„Die größten Positionen des Fonds sind Hybrid-Anleihen von Finanzinstituten“, erklärt Sayn-Wittgenstein. Im Gegensatz zum Fondsmanagement schätzt er diese Papiere als recht risikoreich ein, da selbst staatlich abgesicherte Finanzinstitute in Extremsituationen gezwungen sein können, Zinszahlungen auszusetzen oder Laufzeiten zu verlängern. „Und Finanzinstitute haben von den Freiheiten auch schon Gebrauch gemacht: Prominentes Beispiel – die Deutsche Bank“, so der Analyst.